Mittwoch, 20. Oktober 2004

Ein Buddy Bär im Brunnental in Bad Helmstedt? Ja – ein netter Kunde sandte uns dieses Foto. Vielen Dank!
Wir haben (fast) alle Buddy Bären für Sie… nur etwas kleiner.
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Mittwoch, 5. Oktober 2004

Die beobachten mich. Vielleicht schließen sie auch Wetten auf mich ab. Ich stehe im Laden, wie immer, screene die Szene, achte darauf, wer reinkommt, ob ich jemandem helfen kann, ob sich jemand in der Abteilung geirrt hat, beispielsweise mit den Dritten Reich Büchern auf dem englischen Tisch nicht klarkommt und also in die deutsche Abteilung zu bringen wäre.

Ich achte darauf, ob oben in der Ausstellung alles in Ordnung ist. Das geht über einen Monitor. Ich räume die Bücher an den richtigen Platz, die Kunden aus unerfindlichen Gründen hin- und herschleppen. All das, worauf wir so stolz sind, unsere Servicefreundlichkeit. Und dabei werde ich beobachtet. Meine Kolleginnen, und das muß man hier auch mal sagen, die wenigen Kollegen ebenfalls, gucken, wen ich wohl anspreche. Ich merke das ja erst gar nicht. Ich merke nur das Grinsen. Die machen sich einen Spaß daraus, vorherzusagen, ob ich mich an einen kurzen Dicken im Festtagsanzug oder eine lange Blonde mit roten Jeans wende. Woher kennen die nur meine Vorlieben? Habe ich überhaupt welche? Bin ich da nicht erhaben? Irgendwie demokratisch oder zu allen gleich freundlich? Die beobachten mich weiter.

Umgekehrt könnte ich auch sagen, auf welchem Typ Mann die eine oder die andere Kollegin steht. Der Verwegene. Der Väterliche. Der Latino. Der bisschen nicht so ganz Dünne. Sonnenbrille und Goldkettchen kommt bei uns ja nicht so gut. Generell ist bei Buchhändlerinnen sicher der Kuscheltyp im Vorteil. Ich beobachte die jetzt auch. Ich werde meine psychologisch-empirischen Studien fortsetzen. Und demnächst hier genau beschreiben.

Dienstag, 5. Oktober 2004

Auf den ersten Blick ist man verwundert. Was kann das sein? Die Berlin Story in Bayern, in Günzberg. Das wussten wir nicht. Legoland hat die Linden nachgebaut. Und Manfred, der uns immer die Pläne von Bien & Giersch bringt, brachte uns diesmal dieses Foto aus seinem Urlaub mit. Danke.
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Montag, 4. Oktober 2004

Von Kunden erfahren wir, daß im Hotel Unter den Linden in jedem Zimmer unser Flyer ausliegt. Danke, Herr Direktor Hachmeister.

Plastiktüten sind ein Segen. So lassen sich die Besucherströme ohne aufwendige Untersuchungen feststellen. KaDeWe und Dussmann in der einen Hand. Das weist auf eine S-Bahn-Fahrt vom Bahnhof Zoo zur Friedrichstraße hin. Dann kommt die Tüte der Berlin Story in der anderen. Gelegentlich kommen die Kunden aus Richtung Hackesche Höfe. Dann haben sie eine Tüte vom Ampelmännchen-Shop in der Hand. Oder sie kommen aus Richtung Checkpoint Charlie, dann haben sie eine Tüte des Shops neben dem Museum in der Hand. Wir könnten eigentlich Wegweiser aufstellen in diese Richtungen: Brandenburger Tor, Checkpoint Charlie, Hackesche Höfe. Und zum Geldautomaten gegenüber in der Deutschen Bank. Und natürlich zur deutschen Guggenheim direkt gegenüber. Die machen sich so klein mit ihrem Hinweisschild, daß bei uns täglich gefragt wird, besonders am Montag, wenn der Eintritt frei ist.

Sonntag, 3. Oktober 2004

3. Oktober
Zack, zack. „Kannst Du dieses Paket ins Adlon bringen? Der Kunde aus Saudi Arabien muß gleich zum Flughafen!“ In dem Paket ist eine Ampelmännchen-Ampel. Die hing einst in Halle. Dort hat der Hersteller des originalen Ampelmännchens diese Ampel aus Gusseisen ausgetauscht gegen eine pflegeleichtere aus Plaste. Wir bekommen dann die aufgearbeiteten Alten aus der ganzen DDR. Winni baut eine Blinkanlage ein, die man auf schneller oder langsamer stellen kann, dann ist das Produkt fertig.

Gleich noch eine Lieferung: 22 Führerbunker an Dussmann. Die werden sogar abgeholt, weil es so eilig ist. Silke, die bei uns gelernt hat und jetzt die Sprachenabteilung bei Dussmann macht, kommt eben die paar Schritte zu uns rüber.

Sonnabend, 2. Oktober 2004

“This is the cleanest bathroom so far in Europe.”
Was heißt “so far”. Ja, die beiden Amerikanerinnen waren vorher in Dublin, Paris und Amsterdam. Und jetzt bei uns in der Ausstellung auf dem Klo.

Die Gratulationen zur Buchhandlung des Jahres gehen ein: Von den Buchvertretern, von anderen Verlagen und Buchhandlungen, von den Kunden. Wir freuen uns weiter.

Freitag, 1. Oktober 2004

Wir sind Buchhandlung des Jahres 2004. Das ist so, als wäre uns der Oskar verliehen worden. Man bewirbt sich mit vielen anderen bei der Zeitschrift Buchmarkt, auch so wie beim Oskar. Dann hört man lange nichts, vergisst die Angelegenheit fast und ist dann ganz aus dem Häuschen. Anne Martin ja nicht. Für sie war klar, daß wir Buchhandlung des Jahres in der Kategorie Spezialbuchhandlungen werden.

Am 28. September erschien der Buchmarkt. Das stand das drin. Die Folge für uns: Ein kleines Fest planen und der Öffentlichkeit Bescheid sagen. In den Schaufenstern hängen seitdem gelbe Zettel, auf denen wir uns feiern. Das Fest fiel mit unserem monatlichen Treffen zusammen. Das war allen lieb so. Ein zusätzlicher, kurzfristiger Termin ist kaum zu schaffen. Die einen lernen abends Sprachen, andere machen Sport. Und Essen gehen gehört auch zu den beliebten Beschäftigungen.

Wir freuen uns ganz sehr. Nach nur sieben Jahren diese Auszeichnung zu bekommen, ist eine Freude, eine Ehre. So als würde ein Journalist den Egon-Erwin-Kisch-Preis bekommen, sagt Lothar Heinke vom Tagesspiegel, der uns Rosen bringt. Die stehen an der Kasse und ich bin gerührt.

Sonntag, 26. September 2004

Marathon. Das ist so toll. Diese Energie, die von dem Lauf ausgeht, der Wille und die Kraft der Läufer.

Sonnabend, 25. September 2004

Marathon der Skater. Die allerletzte Skaterin würde so gern aufgeben. Sie guckt immer nach rechts und nach links, wie sie sich absetzen kann. Das geht aber nicht. Sechs Motorräder der Polizei eskortieren sie und die Zuschauer klatschen wie verrückt. Zähne zusammenbeißen und noch das Stück durch das Brandenburger Tor rollen.

Der (Ober-?)Bürgermeister von Schwetzingen war mit einigen benachbarten Amtskollegen in der Ausstellung und bedankte sich herzlich bei der Ausstellungsführerin Renate Baudert. Frau Baudert steht am historischen Stadtmodel und erläutert, erzählt vom Schloß, vom Pariser Platz, von der Stadtplanung. Neulich hatte sie Geburtstag, kurz vor 80, das kann man ja Mal sagen. Und heute brachte sie Kuchen mit. Herzlichen Dank.

Freitag, 24. September 2004

Unser Service im Laden wurde systematisiert. Zu einer Reihe von Produkten und Dienstleistungen haben wir Zettel für die Kunden, um die Geschichte nicht immer wieder erzählen zu müssen. Manchmal geht das nicht, wenn es voll ist. Und wann ist es schon nicht voll?
Dass unsere Mauersteine echt sind, nur die Farbe nicht unbedingt, und dass Volker Pawlowski dafür bürgt. Dazu haben wir einen Zeitungsbericht über ihn.
Dass die Buddy Bären auf dem Gelände der amerikanischen Botschaft standen, für amerikanische Tugenden wie Frieden und Völkerverständigung stehen und jetzt in Shanghai und Hongkong sind.
Dass das Ampelmännchen immer noch an der Kreuzung Unter den Linden/Friedrichstraße zu sehen ist, nicht nur auf unserem Souvenirtisch.
Dass man besser ins Zentrum für Berlinstudien geht, wenn man was recherchieren will. Und wo das ist. Und wie die Öffnungszeiten sind. Wir haben ja immer nur die lieferbaren Bücher.