Donnerstag, 15. Januar 2004

Die Inventur liegt hinter uns. Andere stöhnen, wir freuen uns. Wir ziehen die Inventur auf wie ein Party, fängt nur bißchen früher an. Es gibt ein schönes Buffet, ausreichend zu trinken und je fröhlicher die Stimmung wird (durch Tee und Kaffee), desto leichter wird es mit dem Zählen.

In Saskatchewan steht jetzt eine original DDR-Ampel mit Ampelmännchen. Saskatchewan liegt in Kanada, die Stadt heißt Saskatoon. Eine Großstadt mit Freilichtmuseum zu den Ureinwohnern.

Sonntag, 11. Januar 2004

Die Linkliste ist im Netz! Monatelang haben wir daran gearbeitet, eine Liste zu Berlin zu erstellen, ohne Reklame, ganz einfach, möglichst übersichtlich und schnell. Wir, das sind Janet Lehmann, die sich drei Monate ausschließlich mit der Recherche befaßt hat, sowie Joest Feenders, der alles paßförmig gemacht und hochgeladen hat. Danke! Wir hoffen, jetzt Anregungen, Kommentare, Verbesserungsvorschläge zu erhalten und werden die Links, aber nur soweit nötig, ganz knapp kommentieren.

Donnerstag, 7. Januar 2004

Germania schlägt Wellen – bis Schottland. Ein aufmerksamer Leser wies uns auf einen Artikel in einer schottischen Zeitung (The Scotsman) hin. Der Reporter Allan Hall berichtet über die extrem gestiegene Anzahl der Seitenaufrufe zum Plan von Germania auf Artikel von Allan Hall können Sie hier lesen.

Mittwoch, 7. Januar 2004

Größenwahn Germania, am Sonntag (4. Januar) eine ganze Seite in der Welt am Sonntag, am Dienstag (6. Januar) eine ganze Seite in der Berliner Morgenpost. So kam es dazu: Am Heiligen Abend kam morgens der Verleger Dr. Uli Giersch in die Berlin Story gehetzt und brachte die druckfrischen Pläne von Germania (siehe Tagebuch Dezember 2003). Er war noch nicht wieder aus dem Laden (ehrlich), als Peter Schubert kam, um sich nach Geschenken umzusehen. Wir zeigten ihm den neuen Plan, er war begeistert, wir gaben ihm Gierschs Handy Nummer … So kam der Plan in die Zeitung. Hier finden Sie den Artikel…

Freitag, 2. Januar 2004

„Ist das hier nicht das Kulturkaufhaus?“ In gewissem Sinne schon, aber wir schicken trotzdem weiter zu Dussmann. Bei über 120 Besuchern gleichzeitig im Laden erwägen wir, vorübergehend den Einlaß zu kontrollieren. Bald regelt es sich aber von alleine. Wie wird das, wenn wir ab Ostern die Ausstellung in der Etage über uns aufmachen?

Ein Gruppe englischsprachiger Jugendlicher hält die Köpfe über den Stadtplan gebeugt. Das dauert. Sie suchen auf dem BVG-Plan. Dann tauchen die Köpfe auf. „Where is Auschwitz?“ Christina ist nicht im Laden. Sie macht Führungen ins Lager Sachsenhausen nach Oranienburg am Endpunkt der S 1. Mit Auschwitz können wir hier nicht dienen.

Donnerstag, 1. Januar 2004

Um Mitternacht waren die Linden bis zu uns gesperrt. Dort stand ein Polizeiauto, sperrte die Straße und hatte einen Blick auf den Laden. Das neue Jahr fängt morgens dann immer mit kehren an. Der grobe Drecke ist schon weg, aber es dauert eine knappe Stunde, bis die Scherben und Kippen verschwunden sind. Diesmal hielt ein Laster der BSR, vier orangene Männer sprangen raus, „Morjen, dann wolln ma ma helfen.“ Unser Standard-Dank sind Ampelmännchen als Weingummi. Das ist nett, aber unter der Bestechungsschwelle.

Kaum war der Laden auf, war er auch schon voll, bis abends, wo wir immer noch sechzig bis siebzig Besucher nach hatten. „Can I have my own Trabi?!“, quengelt ein kanadischer Junge. Die südkoreanische Frauenfußballmannschaft (English? No. German? No. Français? No. Japanese? NO!!!), kichert sich durch die Souvenirs, ein Sammler aus Rom läßt sich aus Gips einpacken Kaiser Friedrich II., Marx, Wilhelm II, mit who is who Zetteln dran, dann zeigt er eine Liste, wen er schon alles aus Gips hat. Anschließend wird es so voll, daß einzelne Erinnerungen verblassen

Dienstag, 30.Dezember 2003

Italienische Invasion am frühen Morgen.

Samstag, 27. Dezember 2003

Es begab sich zur Weihnachtszeit…
Wieder einen Kunden glücklich gemacht. Dieser hatte seit sage und schreibe 13 Jahren nach eine Büste von Karl Marx gesucht – und sie bei uns gefunden! Und da sage nochmal einer, den Weihnachtsmann gebe es nicht. Bei uns ist es "ein netter älterer Herr" mit "friedhofsblondem Haar" (s. Eintrag 19.12.03).

Heiligabend, 24. Dezember 2003

Die armen Heiden dieser Welt haben kein Weihnachten. Ganz so ist es ja nicht. Auch in den arabischen Ländern und in Asien wird gefeiert. Unsere multikulti Radiosender berichten gern darüber. In der Berlin Story ist es anders. Wir mißbrauchen unsere Heiden. Alles Muselmänner und -frauen arbeiten über Weihnachten. Danke.

Und am Heiligen Abend geht es auch im Laden noch enorm ab. In aller Frühe liefert Dr. Ulrich Giersch den lange ersehnten Plan von Germania aus. Darin sieht man zum ersten Mal die Planung von Speer für die Welthauptstadt dreidimensional: was geplant war, was gebaut wurde, wie das wirken würde und was noch vorhanden ist – nichts, außer dem Belastungskörper. Dazu gibt es ein ausführliches und spannendes Beiheft. Wir hängen die Karte ins Fenster, verkaufen mehrere und geben einem Journalisten, der ganz begeistert ist, der allererste zu sein, und der es gleich in seinem Blatt bringen will, gleich einen Plan mit.

Noch weiter Heilig Abend: Um 14 Uhr ist es nicht ganz einfach, den Laden leer zu kriegen. Der Umsatz ist höher als sonst zu dieser Zeit und wir schicken Gäste aus Australien, Dortmund, England, Frankreich, Georgien, Italien, Japan, Libanon, Niederlande, Österreich, Mexiko und Rußlandin hinaus in die kalte Weihnacht.

Dienstag, 23. Dezember 2003

Kalorienbombardierung. Weil wir so gute Kunden sind, weil wir immer zahlen, weil die meisten Lieferanten direkt abbuchen dürfen, weil das alles heutzutage äußerst selten ist, werden wir bombardiert mit Weihnachtsgebäck, mit Wein und mit Schampus. Danke. Prima.