Freitag, 5. November 2004

An der Kasse spielen sich gelegentlich seltsam anmutende Szenen wie diese ab: Grammatikkurs für junge Schweden zu den schwierigen deutschen Artikeln der, die das nach der Methode Paulo Freire, dem lateinamerikanischen Alphabetisierer, der seinen Schülern zuerst die für sie wichtigsten Begriffe vermittelt hat, weil da die Lernmotivation am höchsten war: die Ampel, der Mann, das Ampelmännchen, die Ampelmännchen-Ampel.

Montag 8. November 2004

Nervende Autoren. Das passiert uns gelegentlich, nicht immer wieder, wir wollen ja nicht übertreiben, aber die Szene spielt sich so ab. Da kommt einer, mit Vorliebe auch eine, fragt nach einem bestimmten Titel, gern schon vergriffen oder irgendwie nicht ganz zu Berlin gehörig. Dann läßt sie oder er sich das Buch zeigen. Dann sagt sie oder er: So wenige haben sie nur davon?! Das liegt ja nicht gerade gut! Können Sie das nicht an die Kasse legen? Diese Szene kann sich auch abspielen mit Videos, mit Postkarten, mit Porzellanfiguren. Zum Schluß stellt sich heraus: Ich bin nämlich der Autor, die Filmemacherin. Wir reden echt gern mit Autoren. Wir fragen, beraten, hören zu. Aber solche Autisten, die uns so kommen, die nerven. Und dann ist noch ziemlich sicher, daß sie das hier nicht lesen.

Donnerstag, 4. November 2004

Kann ein Reprint überhaupt Arbeit machen? Und wie. Wir werden als Weihnachtsbuch einen wunderbaren Titel herausgeben „Neunundsechzig Jahre am Preußischen Hofe“, aus den Erinnerungen der Oberhofmeisterin Sophie Marie Gräfin von Voss. Das Buch beschreibt die Zeit vom Soldatenkönig, also dem Vater Friedrichs des Großen, bis zum Wiener Kongreß, der Neuaufteilung Europas nach der Niederlage Napoleons.

Das Original ist in Frakturschrift, die wir erst technisch umwandeln müssen in heute gut lesbare Schrift. Adriane macht das. Wieland Giebel sieht das Buch durch. Das ist bei rund 360 Seiten richtig Arbeit. Parallel entwirft Kathi Hirthammer das Cover. Sie setzt dann auch das Buch. Gabi Dietz checkt den Satz. Christiane Schnur kümmert sich um Druck und Vertrieb. Das alles soll ziemlich schnell gehen, damit wir das Buch beim nächsten Rundschreiben an die Kunden ankündigen können. Das Rundschreiben geht am 18. November raus. Alles ist immer besser organisiert. Früher gingen die Rundschreiben raus, wenn sie fertig waren.

Mittwoch, 3. November 2004

Über 80 Besucher kommen zur Veranstaltung mit Dr. Philipp Demandt über den Mythos Königin Luise. Wir sind begeistert. Ein toller Vortrag, keine Lesung. Dr. Demandt spannte den Bogen von Luise bis zu Kaiser Wilhelm I. ihrem Sohn. Darauf beruht der Gründungsmythos Deutschlands, auf dem Willen zur Einheit Deutschlands, der bei Königin Luise angelegt und von ihrem Sohn umgesetzt wurde. In ihren Tagebuchaufzeichnungen über das Leben mit Königin Luise geht Gräfin von Voss, siehe Eintrag 4. November 2004, auf diesen Aspekt ein. Lange Diskussionen und anschließend Gespräche. Was fehlt, meint Philipp Demandt, sei eine Oper über Königin Luise.

Dienstag, 2. November 2004

Der Queen scheint es Unter den Linden besonders zu gefallen. Heute fuhr sie mehrmals, bekleidet in einem grünen Kostüm, den Boulevard hoch und runter. Immer wurde ihr Blick auf Friedrich den Großen gezogen, der überlebensgroß unsere Fassade ziert. Man fühlte richtig, wie sie gern ausgestiegen und zu uns gekommen wäre. Das ließ sich aber mit dem Protokoll nicht vereinbaren.

Die Marktetingmaschine läuft auf Hochtouren… Auf Grund der großen Nachfrage erscheint unser Buch Myhos Führerbunker in englischer Übersetzung. Informationen zum Buch finden Sie unter
www.Mythos-Fuehrerbunker.de.

Montag, 1. November 2004

Seit zwei Wochen kraxeln junge Männer in den Linden herum und befestigen die Weihnachtsbeleuchtung.

Sonntag, 24. Oktober 2004

Ein wunderbarer Herbsttag, die Sonne scheint, die Linden färben sich gelb. Lydia sagt, traumhaft sieht das jetzt aus vor unserer Ladentür. Und wir sehen jeden Tag junge Männer, die zwischen dem herbstlichen Laub in den Bäumen herumkraxeln. Die Weihnachtsbeleuchtung wird aufgehängt. Dieses Jahr etwas früher, weil im vergangenen die Zeit nicht richtig gereicht hat.

Sonnabend, 23. Oktober 2004

Je Despot, desto Polizeikordon. Heute war es ein Herrscher aus einem lateinamerikanischen Land, der die Linden hoch und runter kutschiert wurde, schön mit Weißen Mäusen, mit einem Motorradkordon der Polizei.

Freitag, 22 Oktober 2004

Volare.web. Die Geschehnisse der Zeit treffen uns. Praktikantin Michela wollte nach Italien fliegen, um ihre Examensurkunde zum Schluß des Studiums in Empfang zu nehmen, aber einen tag vorher ging die Fluggesellschaft pleite. Nichts zu machen. Kein Flug, der zu bezahlen wäre, kein Bus. Trost und Rotwein.

Donnerstag, 21. Oktober 2004

Testphase überstanden. Die ersten 300 Produkte sind eingestellt und die ersten Bestellungen sind bereits ausgeliefert. Unser Webshop www.BerlinStory-Shop.de entwickelt sich prima. Hinter den Kulissen wird stetig weitergearbeitet und das Sortiment weiter ausgebaut. Der Webshop soll unsere Sortimentsseiten zum Anfang des nächsten Jahres komplett ersetzen. Sie möchten etwas bestellen was noch nicht in unserem Webshop vorhanden ist? Kein Problem. Nehmen Sie Kontakt auf. Wir machen (fast) alles möglich…