Donnerstag, 3. Juni 2004

Führung Stalin Allee. Martin Jander, Autor des Buchs Berlin (DDR), führt uns auf den Dachgarten eines Hauses in der Stalin-Allee. Heute Karl-Marx-Allee. Wir erfahren alles über die Häuser, die Bauarbeiter, den 17. Juni 1953, der von hier ausging. Dazu gibt es nachher im Café Sybille Schnittchen und Getränke. Ein großartiger Abend, ein schöner Abend für uns. Nur Kati und Hanna fehlen, die beiden Praktikantinnen. Nach einem Tag Arbeit gehen sie so auf dem Zahnfleisch, dass sie nicht mehr können. Für uns könnte der Abend der Beginn einer wunderbaren Zusammenarbeit mit dem Autor sein.

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Mittwoch, 2. Juni 2004

Pfingsten ist vorbei, und wir haben sieben Adventskalender verkauft. Imke Schuster war früher in einer christlichen, einer evangelischen Buchhandlungen. Sie kennt sich aus mit den Bedürfnissen der Menschen.

Dienstag, 1. Juni 2004

Nach dem Einbruchdiebstahl, bei dem der komplette Safe gestohlen wurde, wobei Geld aber vor allem unersetzbare Fotos wegkamen, gab es in der gleichen Woche einen zweiten kriminellen Angriff, bei dem eine ganze Wand eingebrochen wurde. „Das habe ich noch nie gesehen. Das sieht ja aus wie in einem Karatefilm“, sagte der erste Polizist. Dann kam die Kripo, dann das LKA. Welcher Zusammenhang zwischen den Angriffen besteht, ist offen. Wir haben alles noch besser gesichert. Beim zweiten Einbruch wurde neben einer einfachen Geldkassette der Laptop von Wieland Giebel gestohlen. Darauf befand sich das Manuskript zu den Fotos aus dem Safe.

Und es befand sich darauf das umfangreiche Tagebuch für den Mai. Ehrlich. Sehr schöne Geschichten. Die zu rekonstruieren wäre zu viel Arbeit. Wir machen einfach vorwärts weiter.

Machen Sie Backups. Regelmäßig. Es lohnt sich. Und die Mails und das Adressverzeichnis nicht vergessen.

Auf der Homepage kommt demnächst Neues:
Über die Ausstellung, die wir geöffnet haben.
Über neue Mitarbeiterinnen in mehreren Abteilungen.
Über die Buchliste mit Neuerscheinungen, die nach Monaten gegliedert sein wird, nicht nach Themen.
Über den Webshop, in dem wir die Berlinbücher kommentieren vorstellen.
Über die Stadtführungen, an denen unsere MitarbeiterInnen teilgenommen haben.
Und hier wird es auch lebendig weitergehen.

Montag, 24. April 2004

Es gibt tolle Seiten im Internet, die wir noch nicht entdeckt haben, aber die jetzt bei der Recherche nach Buchtiteln aufgetaucht sind. Da kann man mal reingucken www.berliner-klassik.de. Die Beschreibung dazu: Das Akademienvorhaben „Berliner Klassik“ untersucht die ungewöhnliche Kulturblüte in Berlin zwischen 1786 und 1815. Eine moderne ständeübergreifende Gesellschaft brachte künstlerische, wissenschaftliche und gewerbliche Leistungen auf höchstem Niveau hervor. Die Vernetzung der Berliner Gesellschaft und die Voraussetzungen der urbanen Kommunikation sind das übergreifende Thema des Vorhabens. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaft.

Freitag, 23. April 2004

Unsere Frage des Monats stellen wir ein. Schluss damit. Als ordentlicher Mensch kommt man nicht auf den Grund. Leider ist es so, dass die Menge an Viren, die wir gezielt auf den Account Quiz geschickt bekommen, so unermesslich groß ist, dass es keinen Spaß mehr macht. Teilweise zwischen 100 und 250 pro Tag. Man muss trotz Virenschutz so aufpassen und es nimmt so viel Zeit in Anspruch, dass wir keine Lust mehr haben.
Den Gewinner der letzten Quiz haben wir ermittelt und benachrichtigt.

Donnerstag, 22. April 2004

Wie der Film The Making of Berlin entstand. Manchmal gibt es besondere Fans des Films, die ihn immer wieder gern ansehen. Jeden Sonntag kommt ein älterer Herr mit Aktenkoffer, ein Künstler mit etwas nicht ganz neuer Kleidung, und sieht sich den Film zweimal an. Ein Ehepaar sitzt vor dem Fernseher, und weil der so leise ist, will eine Mitarbeiterin ihn lauter stellen. „Ist nicht nötig. Wir haben den Film zu Hause und kennen ihn gut. Wir wollten ihn nur mal wieder hier sehen.“

Neulich war eine englisch sprechende Dame da, die sich den Film an drei Tagen hintereinander vollständig ansah. Bei ihr stellte sich heraus, dass sie aus Israel kam. Ich erzählte ihr dann diese Geschichte: In Israel ist ein Teil der Entstehungsgeschichte des Films angesiedelt. Ich war mit meiner Tochter in En Gedi, einer Oase in der Wüste rund um das Tote Meer. Dort hielt eine Kibbuz-Frau einen Lichtbildervortrag über die Entstehung des Kibbuz und was ihre Familie damit zu tun hatte. Da waren auch gelegentlich Fotos ihrer Eltern und von ihr, als sie Kind war. Dadurch wurde viel anschaulicher, wie es im Kibbuz zuging. Das war für mich eine weitere Anregung, den Film genau so zu machen. Berlin – verknüpft mit Familiengeschichte.

Israel war für mich dringend geworden, weil ich während der Entstehung des Films Hemmungen bei der Entwicklung des Stoffs hatte. Wie kommt die Vernichtung der europäischen Juden vor? Was hat das mit der Berliner Geschichte zu tun? Wie stellt man das ganz kurz dar, ohne daneben zu liegen? Der Besuch von Israel (und Palästina) allgemein und von der Gedenkstätte in Jerusalem waren dann wirklich hilfreich. Die Ursache des Holocaust ist im Film in Deutschland angesiedelt. Aber die internationale Dimension, dass sich sehr viele (westliche, demokratische) Länder weigerten, Juden aufzunehmen, ist mir so deutlich erst in Yad Vashem klar geworden.

Jeden Tag haben wir im Laden so interessante Besucher. Ich würde am liebsten immer im Laden stehen und mich unterhalten.

Mittwoch, 21. April 2004

Bei der Vorbereitung zum nächsten Arbeitstreffen am 28. April läuft uns das Wasser im Munde zusammen. Wir werden bekocht.

Dienstag, 20. April 2004

Über eine aktuelle Luftaufnahme der Linden schreiten. Der Eingang zur Ausstellung führt über eine Art Teppich aus Linoleum, einen Läufer der über einen Meter breit ist. Auf den Läufer aufgedruckt ist eine Luftaufnahme der Linden vom Brandenburger Tor bis zum Palast der Republik. Die Aufnahme stammt von Edition Panorama, Dr. Ulrich Giersch. Montagabend mussten wir ordentlich putzen, damit am Dienstag vor Eröffnung geklebt werden konnte. Ein toller Eingang.

Montag, 19. April 2004

Ist Massage während der Arbeitszeit ein Knüller? Für einige absolut. Bei anderen stößt das Angebot eher auf ein verhaltenes Gefühl. Nicht jeder mag an sich herumfummeln lassen. Einmal in der Woche soll eine Masseurin kommen – kein Kerl, so weit sind wir schon – und jeden eine halbe Stunde massieren. Dieses Angebot wirft so viele Fragen auf (an welchem Tag? Wenn man nicht will? Warum nicht nach der Arbeit? Warum nicht woanders? Warum nicht lieber ein Gutschein für H & M?), dass wir es bei unserer nächsten Sitzung mit allen Mitarbeitern besprechen.

Sonntag, 18. April 2004

Das Gerüst rund um das Haus ist ja erträglich. Man wird sich daran gewöhnen. Aber die Bohrungen mit starken Bohrern in die massive Hausverkleidung ist wie eine Ermahnung, wieder zum Zahnarzt zu gehen. Das dröhnt! Verkleidet wird die Fassade, damit niemandem was auf den Kopf fällt.