Sonntag, 13. Juni 2004

Europawahl und Regen. Beide tangiert uns wenig. Bei Regen ist der Laden voll, weil es regnet. Wenn die Sonne scheint ist der Laden voll, weil viele Neugierige spazieren gehen.

Sonnabend, 12. Juni 2004

Wenn unser Webmaster gut drauf sein sollte und seine universitären Studien einen Moment zur Seite schiebt, erscheinen auch bald die Fotos der neuen Mitarbeiterinnen in der entsprechenden Abteilung. Ich weiß, dass es viele gibt, die darauf warten. Immer wieder erreichen uns Mails, wo die Fotos der Neuen bleiben.

Freitag, 11. Juni 2004

Sicherungsmaßnahmen nach den beiden Einbruchsdiebstählen nehmen viel Zeit in Anspruch, Geld auch. Mehrmals wurden wir fachlich beraten, vieles ist bereits umgesetzt. Von den gestohlenen Fotos ist noch nichts aufgetaucht. Auf dem Laptop, der einige Tage später durch einen waghalsigen, spektakulären Einbruch tagsüber gestohlen wurde, befand sich das Manuskript zum Buch, für das die Fotos waren.

Mittwoch, 9.Juni 2004

Die Ausstellung auf die Homepage? Ja, es wird Zeit, dass wir bekennen. Die Ausstellung ist auf. Wir zahlen Miete, wir zahlen die Einrichtung der Ausstellung, wir haben die Ausstellungstafeln in zwei Sprachen entwickelt, wir haben das Modell der historischen Mitte weiter bauen lassen, wir zahlen die Mitarbeiter, aber wir haben keine Einnahmen. Auf kommunaler Ebene ist es ja so, dass der Berliner sagt: Na und – unsere Schulden zahlt der Bund! Ein cooles Prinzip, das viele Leute in Berlin so einigermaßen oder ziemlich gut leben lässt. Für uns ist das nicht so dolle. Länger halten wir es nicht durch ohne Einnahmen einen solch ungewöhnlichen Service zu bieten. Wir fangen jetzt mit Werbung für die Ausstellung an, die kostenlos ist und sein wird.

Dienstag, 8. Juni 2004

Unser Sinnen und Trachten strebt danach, wie wir die massive Holzverkleidung des Gerüsts positiv nutzen, etwas Schönes daraus machen. An den Fenstern hängen Aushänge, dass wir Künstler zur Gestaltung suchen. Unsere Konzeption wird immer deutlicher, was wir wollen: Fünf Meter hohe Denkmale mit den wichtigsten Berlinern in Überlebensgröße. Einige Gespräche fanden schon statt. Wir freuen uns drauf, unsere eigene Siegesallee zu konzipieren. Die war früher im Tiergarten, schöne Denkmale, die man heute versteckt hält, weil sie als politisch peinlich erscheinen. In Budapest hat man das ja toll gelöst mit dem Park etwas abseits, wo alle sozialistischen Denkmale zusammengerückt sind, die aus dem Stadtbild verschwanden. Jeder Reiseführer berichtet darüber, viele Menschen erfreuen sich an den Kunstwerken.

Montag, 7. Juni 2004

Wir haben eine neue Kategorie von Sitzungen eingeführt, nämlich Besprechungen auf der Ebene von Abteilungsleitern. Das umfasst Imke Schuster als Geschäftsführerin, sowie Kathi Hirthhammer für die Abteilung Grafikdesign und Christiane Schnur für Verlag und Veranstaltungen. Und Wieland Giebel. Wir könnten eigentlich einen Doppelkopfstammtisch daraus machen.

Sonntag,6. Juni 2004

Willkommen im Club. Nachdem wir Berlin Story hießen, nannte sich die Erlebnis Ausstellung am Kudamm Story of Berlin, seit einiger Zeit gibt es am Dom Aquaree den Berlin Store und jetzt Nähe Kudamm den Laden The Love Story of Berlin.

Sonnabend, 5. Juni 2004

Den Führerbunker auf Holländisch machen? Die Holländer sind richtig verrückt danach. In den Niederlanden liefen mehrmals TV-Sendungen mit unsrem Autor. In diesem Monat wird die englische Übersetzung fertig, mal sehen, wie die läuft. Da ist viel Arbeit dran. Christina Knight übersetzt, der Autor Sven Felix Kellerhoff sieht alles durch. Besonders, wo es um Akten aus NS-Archiven geht, sind die Übersetzungen nicht einfach. Dann werden wir alles lektorieren lassen, schließlich bekommt ein muttersprachlicher Testleser das Buch, dann wird es erst produziert.

Freitag, 4. Juni 2004

Ampelmännchen Waschlappen sind unser neues Produkt. Bisher nur in rot mit kleinem, grünen Ampelmännchen. Der grüne Waschlappen ist noch in Produktion.

Spaß oder Stress? Die Neuen müssen endlich mal auf die Homepage, damit Sie sich ein Bild davon machen können, wer sich im Laden, im Verlag und in der Ausstellung tummelt. Fotos machen ist ja nicht so einfach. „Jetzt gleich“ „Heute?“ „Heute bin ich aber nicht so gut drauf!“ „Wie ich aussehe!“ Und von wegen Mädchen sind eitel, nicht nur die jungen Frauen sind so drauf.

Donnerstag, 3. Juni 2004

Führung Stalin Allee. Martin Jander, Autor des Buchs Berlin (DDR), führt uns auf den Dachgarten eines Hauses in der Stalin-Allee. Heute Karl-Marx-Allee. Wir erfahren alles über die Häuser, die Bauarbeiter, den 17. Juni 1953, der von hier ausging. Dazu gibt es nachher im Café Sybille Schnittchen und Getränke. Ein großartiger Abend, ein schöner Abend für uns. Nur Kati und Hanna fehlen, die beiden Praktikantinnen. Nach einem Tag Arbeit gehen sie so auf dem Zahnfleisch, dass sie nicht mehr können. Für uns könnte der Abend der Beginn einer wunderbaren Zusammenarbeit mit dem Autor sein.

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