Nur nicht – Stadtführer im Test

Wir sehen uns neue Berlin-Führer genau an, bevor wir sie Kunden zumuten. Jetzt liegt hier ein Heft, das sich JPM Guide nennt und 7,50 Euro kosten soll. Ich schlage vor, wir schicken das Heft zurück und bitten die Autoren, nochmal zu üben.

„Die Berliner sind es gewohnt, ihre Monumentalbauten zerstört zu sehen – durch Kriege, durch kaiserliche und kommunistische Despoten oder kapitalistische Spekulanten …

… Der 1. Weltkrieg begann in Euphorie, die Massen jubelten Kaiser Wilhelm II. auf dem Balkon seines Berliner Schlosses zu. ((Vielleicht ist es dann vor lauter Massen ein bisschen eng geworden auf dem Balkon? Und auf welchem Balkon eigentlich?)) …

… Deutschlands erster Versuch einer parlamentarischen Demokratie, die Weimarer Republik, wurde weitgehend von den Vorgängen in Berlin beherrscht, die blutig und heiter zugleich waren …

… Westdeutschlands Kanzler Kohl schmiedete das Eisen, solange es heiß war, und trieb eine rasche Wiedervereinigung voran. Diese wurde am 3. Oktober 1990 im Reichstag feierlich vollzogen, und Berlin war von Neuem Hauptstadt von ganz Deutschland …“