NS-Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände Nürnberg

„Noch heute zeugen auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände im Süden Nürnbergs gigantische Baureste vom Größenwahn des nationalsozialistischen Regimes. Dort, in der unvollendet gebliebenen, für 50.000 Menschen ausgelegten Kongresshalle befindet sich das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände.“ Aus der Homepage

Eine großzügige Empfangshalle mit Garderobenspinden und mit Bistro.

Einführung durch einen Sieben-Minuten-Film. Ein Skateboard-Pärchen fährt über das Gelände und erklärt.

Die Ausstellungstafeln sind wiederum sehr ähnlich wie im Berlin Story Bunker: Große Bilder, wenig Text, gut geschrieben. Die Texte sind nur deutsch, es gibt einen AudioGuide für andere Sprachen.

Das Bild haben wir auch, aber so groß, fast lebensgroß, kommt es richtig zur Geltung.

Wann die Tafeln mehr dunkel und wann sie mehr rot sind, hat sich mir nicht erschlossen. Bei meinem Besuch am Sonntag, dem 25. Juni 2017, war gerade eine große Gruppe junger Amerikaner da, die sich auf einer Geschichtstour durch Deutschland und angrenzenden Länder befand.

Die Ausstellung ist in die historischen Räume hinein gebaut. Der historische Orte ist überall sichtbar und wesentlicher Teil der Inszenierung.

Hervorragende Lichtregie, wirklich gute Ideen.

Und wieder die gleichen Bilder, selbst die Texte erscheinen so, als könnten sie vom gleichen Autor sein wie in „Hitler – wie konnte es geschehen.“

Innerer Ring der Kongresshalle, die noch dreißig Meter höher werden sollte.

Vom Reichsparteitagsgelände steht noch viel. Die Zeppelin-Tribüne, von der aus Hitler zu hunderttausenden seiner Anhänger sprach.

Das ist wie in einem Fußballstadion der äußere Ring. Hier gingen die Nazi-Besucher die Treppen hoch und auf der anderen Seite befanden sich die Tribünen des Zeppelin-Feld. In der Mitte standen oder marschierten die Einheiten, wie man es aus den Filmen kennt.

Nach den Besuchen in den drei NS-Dokumentationen in Deutschland, dem Besuch in Yad Vashem in Jerusalem und dem US Holocaust Memorial Museum in Washington kann ich sagen, dass die Dokumentation im Berlin Story Bunker die ausführlichste, die umfassenste ist, die es zur Geschichte des Nationalsozialismus gibt. Besucher, die die anderen Dokumentation kennen, bestätigen das. Vor einiger Zeit der Botschafter Israels, neulich eine amerikanische Familie, und heute gerade ein Historiker aus Ungarn. Eine weitere Beobachtung scheint mir wichtig. Im Berlin Story Bunker ist es in der Dokumentation „Hitler – wie konnte es geschehen“ (anders als im Berlin Story Museum) still wie in der Kirche. Die Intensität der Wahrnehmung erscheint mir deutlich höher als in allen anderen Ausstellungen. Die Besucher gehen durch die gelbe Tür. Dann sind sie einen Moment im Bunkertreppenhaus ganz alleine. Alleine zwischen dem Nazi-Beton. Dann öffnet sich erst die Tür zum nackten Beton des Geschichtsbunkers. Die meisten bleiben zögernd stehen, bevor sie den ersten Raum betreten.