Neues Standardwerk zum Fall Grynszpan: Armin Fuhrers „Herschel“

Herschel_PalettenSchon von den gestern gelieferten Paletten schaut er uns geisterhaft entgegen: Herschel Grynszpan, der am 7. November 1938 mit einem Attentat auf den Botschaftangestellten Ernst vom Rath den Nazis einen Anlass für die Reichprogromnacht gab, die als Beginn des Holocaust gilt.

75 Jahre danach hat Armin Fuhrer für sein Buch Herschel allein 4.000 Blatt noch gesperrter Akten aus dem Staatsarchiv München durchgesehen, sowie zahlreiche andere Quellen studiert. So konnte er alte Fragen zum Fall beantworten und kam zu neuen Erkenntnissen: Der 17-jährige Jude hat den Botschaftssekretär in Paris zwar angeschossen, aber nicht erschossen. Höchstwahrscheintlich hat Hitler persönlichen seinen Arzt geschickt, um vom Rath sterben zu lassen.

Das erste sachliche deutschsprachige Buch zum Thema will aufklären und erinnern. Fuhrer erzählt nicht nur von den historischen Auswirkungen der Verzweiflungstat, sondern auch die tragischen Lebensgeschichten zweier junger Männer, die beide NS-Gegner waren! Zwar war vom Rath als Homosexueller selbst von Verfolgung bedroht, allerdings kann die immer wieder behauptete Beziehung zwischen Opfer und Täter hier widerlegt werden. Dass Herschel die Kriegsjahre überlebt habe, kann ebenso als Legende abgetan werden.

Hier finden Sie mehr Informationen, Bilder, Vorwort und ein Autoreninterview.

 

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