Naturkundemuseum

Naturkundemuseum

Naturkundemuseum

Lange war ich nicht dort! Der Museums-Flyer verdeutlicht mir, wie lange ich schon nicht mehr an diesem Ort meiner Kindheitsträume gewesen bin. Mein bislang einziger Besuch muss schon vor dem Jahr 2010 stattgefunden haben, denn die Naturkundemuseum Nass-Sammlung war damals noch nicht zugänglich. Ich stehe also wieder vor den riesigen Saurierskeletten und die Herzen meiner wahlweise 6-14 jährigen Ichs schlagen wild durcheinander.

Nachdem der Kindergarten seine kleine Runde unter den Sauropoden, dessen höchster mich in 13m Höhe nicht weiter beachtet, und vor den Raubsauriern, deren Brutalität die Fantasie beflügeln, bekommen hat, kann ich mich in Ruhe meiner knapp zweistündigen Tour widmen. Denn neben den Sauriern gibt es schon in diesem ersten Bereich des Museums weitere hochinteressante Entdeckungen zu machen. Hier finden sich allerlei Fundstücke aus der Tendagururegion, aus der auch die Saurierskelette stammen, und aus Solnhofen, dessen Klima dem Erhalt der Seefossilien zugute kam. Hier bekommt man einen Eindruck des Zusammenspiels von Flora, Fauna und Klima in der Region, wird erklärt, wie eine Küstenregion funktionierte, wo wer gelebt und wer wen gefressen hat – das interessiert dann auch den träumenden Kindergarten wieder, der den Kampf der Titanen auf Leben und Tod gerne aus nächster Nähe erleben möchte.

Allosaurus

Allosaurus

Nachdem der Kindergarten genug Zeit verträumen durfte, ging es geradeaus weiter hinein in das System Erde. Getaucht in atmosphärisch-dämmeriges Licht erfährt der interessierte Besucher hier die Grundlagen des komplexen Systems Leben. Wie beeinflussen die Bewegungen der Erdplatten das Entstehen von Gebirgen und Meeren und damit die Entstehung neuer Arten? Wie stabilisierte sich das Klima auf der noch jungen Erde durch die Entstehung von Organismen? Und wie gefährlich können Meteoriten sein, die die Erde seit Jahrmillionen treffen und so auch das Leben immer wieder beeinflussen. Interessiert lauschte ich den Erklärungen des Präparators, der das Modell des Urpferds erstellt hat und welche wissenschaftlichen Beweggünde ihn dabei leiteten.

 

 

Verborgen hinter dieser Tür befindet sich die Nass-Sammlung

Verborgen hinter dieser Tür befindet sich die Nass-Sammlung

Nachdem der nun zum Geologen mutierte Paläontologe genug hatte, wechselte ich in die Sonderausstellung zum 60. Geburtstag der Entdeckung der DNA, die ich zwar interessant fand, mich aber nicht so fesseln konnte, wie die darauf folgende Nass-Sammlung.

Zunächst stand ich vor der elektronischen Tafel im Vorraum und informierte mich über den seit 2010 zugänglichen Flügel des Museums, das insgesamt 30 Mio. Präparate sein Eigen nennt. Allein die Nass-Sammlung beherbergt 1 Mio. Präparate in 233.000 Gläsern, eingelegt in 80.000 Litern Alkohol, die auf 12,3 Regalkilometern stehen. Wichtig sind diese Alkoholpräparate zur Erforschung der Biodiversität und Evolution. Schon mein erster Blick durch die verschlossene Tür ließ mich erstaunen. Nichts aber auch gar nichts konnte mich dann aber auf das vorbereiten, was mir hinter dieser Tür passierte. Das Ensemble der Präparate in diesem eiskalten Raum war einer der schönsten Anblicke, die mir in meinen 33 Jahren Lebenszeit begegnet sind. In ihren Gläsern leuchtende Haie, Rochen, Egel, Fische und andere Meereslebewesen. Hier verbinden sich Wissenschaft und Ästhetik auf erhabene Weise miteinander.

Das Museum bietet noch viel mehr: Modelle, Präparate, Gesteinsproben und natürlich den Astronomieraum mit seiner schwebenden Animation, die jede für sich einen eigenen Besuch wert sind.

Fazit: Unbedingt hingehen! Einen vollen Tag freinehmen, sich vorher ausgiebig informieren und sich bezaubern lassen von der Vielfalt des Lebens!

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