Montag, 3. April 2006

Das Telefonbuch von 1881 ist heute auf der Seite 1 der Berliner Morgenpost in drei Spalten (also auf der 1, nicht auf der ersten Seite des Berlinteils) und auf Seite 16 in fünf Spalten und mit großer Grafik. So was hatten wir noch nie. Aber wir haben ja auch schöne Themen, die für Berliner interessant sind. Es soll auch so weitergehen.

Ruf doch mal an in Berlin!
Vor 125 Jahren wurde in der Hauptstadt das erste Telefonnetz geschaltet – 187 Teilnehmer im Verzeichnis
Berliner Morgenpost, 03.04.2006 von Sven Felix Kellerhoff
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Die Karte zeigt einige der ersten Teilnehmer am Telefonnetz in Berlin

Wer will schon mit Verwandten und Geschäftspartnern sprechen, die Hunderte Meter oder Dutzende Kilometer entfernt sind? Wer ist schon bereit, dafür Geld auszugeben? So absurd diese Frage heute klingt, im Zeitalter von Handys und Internet-Telefonie, so brisant war sie vor 125 Jahren: Am 1. April 1881 ging das erste öffentliche Fernsprechnetz Berlins (und damit Deutschlands) offiziell in Dienst. Zunächst bot das Netz Kapazität genug für 400 Anschlüsse, doch nur 187 Teilnehmer verzeichnete das erste Berliner Telefonbuch, das Mitte Juli 1881 erschien. Mehr Interessenten hatten sich im ersten Anlauf nicht gefunden für den offiziell "Fernsprecher" genannten neuen Service der Reichspost, obwohl Berlin damals schon mehr als eine Millionen Einwohner hatte und nach Paris die zweitgrößte Stadt des europäischen Kontinents war.

Der Berlin-Story Verlag des rührigen Buchhändlers Wieland Giebel legt jetzt das komplette erste Telefonbuch als Nachdruck vor, ergänzt um eine Geschichte des Berliner Fernsprechnetzes und eine Vorstellung aller 187 Startteilnehmer. Die Historikerin Gerhild Komander hat das schmale Heft ausgewertet und daraus ein kleines aber feines, sehr lesenswertes und reich bebildertes … weiterlesen

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