Montag, 26. Juni 2006

Viel Presse momentan. Was bei uns im Tagebuch hier unten am 7. Juni gemeldet wurde, steht heute auch in der Morgenpost, diesmal mit Wieland Giebel in seiner Rolle als Anwohner. Das Börsenblatt des deutschen Buchhandels berichtete kürzlich über unsere Buchverschenkaktion und die Berliner Zeitung vom Wochenende schildert unsere Lage während der Weltmeisterschaft.
image
Für die Morgenpost (26. Juni 2006) war Steffen Pletl dabei:
Oase mit viel Grün und Wasser. Die Rekonstruktion des Gartendenkmals Luisenstädtischer Kanal kommt voran. Derzeit laufen die Bauarbeiten am Engelbecken auf Hochtouren. Die Fertigstellung des Ensembles ist für 2010 geplant.

Berlins längstes Gartendenkmal, die Gärten und Wasserspiele, Plätze und Wege entlang des Luisenstädtischen Kanals, nimmt zusehends Gestalt an. Dort, wo vor mehr als 100 Jahren noch auf dem Wasserweg Material für den Neubau von Wohnhäusern in der Luisenstadt transportiert wurde, wachsen heute Zierpflanzen, bieten Gartenbänke Platz zum Ausruhen und verwandeln Wasserspiele die steinerne Innenstadt in eine Oase. "Wir haben mit dem Gartenamt über mögliche Gestaltungsvarianten diskutiert", sagt Anwohner Wieland Giebel. Das habe sich ausgezahlt. Tatsächlich: Der Anfang Juni fertiggestellte Waldpflanzgarten ist eine Augenweide. Vom Bethaniendamm aus können Spaziergänger besonders gut auf den Grund des einstigen Wasserkanals schauen. Daß dies möglich ist, haben die Anwohner durchgesetzt. Denn entgegen der ursprünglichen Planung wurde nun statt einer mehr als 1,50 Meter hohen Mauer ein Geländer entlang der alten Kanalmauer gesetzt. So ist der Blick immer frei auf die Blumenrabatten, Sträucher und Baumgruppen.

Das Börsenblatt berichtete am 1. Juni 2006 unter dem Titel „Schönstes Büchermarketing“
Dieses Buch lässt sich nicht nachkaufen – es wurde gedruckt für einen einzigen Tag. Die 240 Seiten sind gefüllt mit Auszügen aus zwölf Büchern des Verlags Berlin Story, und wer am 28. Mai das Bücherfest in Berlin besuchte, konnte es mit etwas Glück finden: 1000 Exemplare hatte der Verlag zwischen Brandenburger Tor und Museumsinsel versteckt. Baustellen gab es genug für das werbewirksame Suchspiel, gelbe Plastiktüten schützten die eingeschweißten Bücher. Außerdem legte Buchhändler und Verleger Wieland Giebel noch Lose für einen Freiflug über Berlin mit rein.

In der Berliner Zeitung, 24. Juni 2006, der Wochenendausgabe, schreibt Christine dankbar über die Lage des Einzelhandels während der WM: Fußball – und sonst gar nichts. Bilanz zur WM-Halbzeit: Fans meiden Läden und Hotels. Unternehmer hoffen auf die Zukunft.
Die Stadt ist voller Touristen, aber kaum einer von ihnen interessiert sich für Berlin – so hat sich Wieland Giebel die Fußball-Weltmeisterschaft nicht vorgestellt. "Der Laden ist leer, wir haben einen absoluten Kollaps", sagt der Inhaber der Buchhandlung "Berlin Story". Sein Geschäft in der Straße Unter den Linden liegt nur einen Steinwurf von der Fanmeile entfernt, auf der täglich Tausende feiern. Doch für seine Souvenirs und Berlin-Bücher, Stadtpläne und CDs interessieren sich die Fußballfans nicht. Schlimmer noch: "Mittlerweile kommen auch kaum noch andere Touristen bei uns vorbei", sagt Giebel. In die Ausstellung der "Berlin Story" verirrten sich trotz freien Eintritts nur noch wenige. Als "absolut katastrophal" beschreibt Giebel seine derzeitige Geschäftslage, "das lässt sich auch in den nächsten Monaten kaum noch reinholen".

"Eher mau"
Ganz so negativ wollen sich andere Einzelhändler, Hoteliers, Kino- und Museumsbetreiber nicht äußern. Die meisten von ihnen erklären lediglich, dass die Nachfrage zumindest in der Zeit zwischen den in Berlin stattfindenden Spielen "doch eher mau" ist, wie es KaDeWe-Sprecherin Petra Fladenhofer formuliert. Doch für die meisten von ihnen ist schon jetzt zur WM-Halbzeit klar: Die Fußball-Weltmeisterschaft ist für sie ein Verlustgeschäft – jedenfalls in diesem Jahr.

Das zeigt sich besonders krass an der Auslastung der Hotels. Die Berliner Tourismus Marketing (BTM) hat in ihren 380 Partnerhotels nachgefragt und niederschmetternde Zahlen erhalten: Bei gerade mal etwas über 50 Prozent liegt die Auslastung der Häuser. Sonst sind im Juni wenigstens 60 Prozent der Betten belegt. …

Ein WM-Revival? Andere überlegen schon, wie man die Bilder gut gelaunter Menschen vor dem Brandenburger Tor für ein Berliner Ereignis im nächsten Jahr vermarkten könnte. Willy Kausch, Organisator der Fanmeile und der Silvesterfeiern am Brandenburger Tor, würde am liebsten zu einem WM-Revival im nächsten Sommer einladen. Wieland Giebel von der Buchhandlung "Berlin Story" wäre allerdings so etwas wie die MoMA-Ausstellung lieber. "Diese Berlinbesucher würden dann auch zu uns kommen."

0 Kommentare

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar