Montag, 20. August 2007, Er

Eroeffnung im Bankhaus Loebbecke

Dr. Susanne Brockfeld vom Geheimen Preußischen Staatsarchiv eröffnete die Historiale 2007 im Bankhaus Löbbecke mit dem Vortrag „Vom Untertan zum Staatsbürger – und Steuerzahler“.

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Wir hatten mit der Bank abgemacht, daß es nur dreißig Besucher geben kann, die in den edlen Räumen am Bebelplatz mit Blick auf die Humboldt-Universität dabei sein könnten.

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Dann waren es 48 – und wir mußten vorher (deswegen bestand Anmeldepflicht) leider sehr vielen absagen, weil mehr Menschen wirklich nicht im Saal Platz finden konnten.

Es wurde ein großartige Eröffnung mit herausragendem, plastischem Vortrag und großer Gastfreundschaft. In Berlin lebten damals 150.000 Menschen. 11.000 französische Soldaten waren einquartiert. Die Stadt und Preußen litten unter Kriegskontributionen und der Beschlagnahme der Staatseinnahmen. Preußen war pleite! In dieser Situation krempelten die Reformer den Staat gegen heftigen Widerstand um. Immer wieder versetze Dr. Brockfeld die Zuhörer ganz anschaulich in die Zeit vor genau 200 Jahren. Wie Preußen ein Agrarstaat war, die Bauern dem Gutsherren lebenslang dienen mußten, uneingeschränkt dienstpflichtig waren und schollenpflichtig, also nicht weggehen konnten. Wie die Zünfte dicht machten, jede Entwicklung zum Stillstand gebracht wurde. Wie dagegen das GLÜCK des Einzelnen, die Bauernbefreiung, Gewerbefreiheit und Verwaltungsreform Ziele der Reformer waren.

Bankhaus Loebbecke vom Bebelplatz

Zur Überraschung der Gäste führten Vorstand Heinrich Wittig und Bankdirektor Frank Glagow persönlich durch das Haus – durch die historischen Vorstandszimmer bis hinauf zur Dachterrasse mit Blick auf die Humboldt Universität, zum Alexanderplatz und über Mitte. Gleich links neben der Bank schließt das Hotel de Rome an, auch im ehemaligen Gebäudekomplex der Dresdner Bank, wo sich nach der Wende lange die Hauptstadtausstellung befand.

Stilsicher und nicht aufdringlich wurde der ehemalige Direktorenflügel der Dresdner Bank restauriert, hier das prächtige Treppenhaus, das Direktorentreppenhaus. Jetzt befindet sich dort neben dem 1761 (!) gegründeten Bankhaus Löbbecke die Berliner Niederlassung von M.M. Warburg & Co.

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Freie Luft in den Städten. Jeder Ritter durfte ein Gewerbe betreiben, alle Privilegien der Zünfte erloschen, aufgrund der Städtereform konnten die Bürger selbst über kommunale Ausgaben bestimmen, erstmals bürgerliches Engagement zeigen. Die Veredelung des Menschen war das Ziel. Veredelt wurden den Gästen dieser Abend durch einen abschließenden Empfang im Foyer der Bank.

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