Mittwoch, 7. September 2005

Oh, da hat es mich aber heute eiskalt erwischt. Das chinesische Fernsehen war da und Frau Sheri Xiaoyi Liao wollte etwas darüber wissen, wie in Berlin die Naturphilosophen, Heidegger und Nietzsche aufgenommen werden, welche Bedeutung sie hier spielen und was ich selbst dazu meine, beziehungsweise was ich zu der Frage beizutragen habe, daß oder wie der Werteverlust der westlichen Gesellschaft aufgefangen werden müsse, um den Menschen wieder Harmonie und Frieden zu bringen. Jeglicher Versuch, mich auf das etwas sicherere Terrain der Aufklärung zurückzuziehen, wurde jäh unterbrochen. Es war wie Sophies Welt einmal durchgehend abfragen.
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Was mit den Jugendlichen sei, die am Bahnhof Zoo rumlungern, wie es komme, daß diese Gesellschaft zu zerrüttet sei. Ich frage mich das ja auch gelegentlich. Abends unterhalten wir uns dann mit einer jungen Frau vom Goethe-Institut, die davon berichtet, daß die chinesische Regierung jetzt hundert Konfuzius-Institute weltweit aufbauen will, so eine Art chinesische Kulturbringer. Ob das Interview vielleicht mit einer Kulturoffensive zusammenhängt? Möglicherweise bieten sie da ja dann einen Schnellehrgang westliche und östliche Philosophen an, der mich wappnet für zukünftige Überfälle dieser Art.

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