Mittwoch, 31. Januar 2007

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Über das Jahr 1987 in Berlin diskutieren hier Roland Jahn, Günter Schabowski, Sven Felix Kellerhoff, Bärbel Bohley und Eberhard Diepgen. Jahn schrieb nach seiner Ausweisung Anfang der 80er lange für die taz, dann machte er Fernsehen, „Kontraste“. Er war der Einzige mit ganz engen Verbindungen zu DDR Opposition. Schabowski, damals im ZK, ist wiederum der Einzige aus der DDR-Führung, der reflektiert Abstand gewonnen hat. Für ihn waren die internationalen Rahmenbedingungen (Glasnost, Perestroika als Versuch, dem wirtschaftlichen Verfall der UdSSR gegenzusteuern) zentraler Bedingungen für die Möglichkeit der Menschen in der DDR, sich zu bewegen. Warum die DDR so lange bestehen konnte, versteht er heute nicht mehr. Sven Felix Kellerhof moderierte in vorbildlicher Zurückhaltung. Für Bohley scheint es nur die Menschen in Prenzlauer Berg gegeben zu haben. Und Diepgen erinnert sich daran, wie er auch 1987 mehrmals in Berlin (Ost) war, wie er, der sich immer für die die Wiedervereinigung eingesetzt hat, neben Reagan stand, als der auf eigenen Wunsch direkt am Brandenburger Tor und nicht woanders die Rede hielt: „Mr. Gorbatschow, tear down this wall!“ Einer fehlt hier, Dr. Jens Schöne, der die hervorragende Broschüre „Stabilität und Niedergang, Ost-Berlin im Jahr 1987“ geschrieben hat, die man beim Landesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR erhalten kann – oder einfach bei uns in der Berlin Story.
Das war dann auch genug für unseren Intellekt, denn ging es weiter in den Hamburger Bahnhof. Was erwartet einen im Hamburger Bahnhof ist eine der Fragen, die ich gern bei Einstellungsgesprächen stelle. Da scheidet sich Spreu von Weizen.
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Uns (Silvia und Angelina und mich) erwartet ein köstliches Buffet, denn die VIVICO hatte zum Neujahrsempfang eingeladen, und wir trafen unsere Freunde und Begleiter und Vermieter von UdL 10, wo wir ungestraft über den häßlichen Laden von Ferrari herziehen konnten, der sich jetzt in UNSEREN Räumen befindet. Sarah Wiener, in deren Restaurant wir zu Gast waren, machte freundlich ihre Honneurs.

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