Mittwoch, 3. Mai 2006

Sehr geehrter Herr Giebel! Vielen Dank für Ihre sehr, sehr freundliche persönliche Beratung am 1.5. 2oo6. Bleibt mir eine Anfrage in Bezug auf die Literatur über die DDR oder die Nachwende, gibt es dort eine moralische Schwelle, also Autoren die einst IM des MfS waren oder in dessen Verbindung standen oder ihre ehemalige solche Tätigkeit für ihre Werke nutzen? Es mag Ausnahmen geben, die wohl veröffentlich werden müssen und angeboten werden müssen, als Personen der Zeitgeschichte, wie Markus Wolff, aber sonst so? Ich habe da Bedenken.

Sehr geehrter Kunde,
wir versuchen, Quellen zur Verfügung zu stellen, wählen aber aus. Nazi-Quellen gibt es bei uns nicht, aber jetzt ein Buch, in dem jemand seine Zeit als Hitlerjunge eher positiv schildert. Darüber haben wir sehr lange untereinander gesprochen, auch mit Historikern, ob wir das machen sollen. Es geht eben so, ist als Dokument interessant, nicht als Quelle, weil es nachträglich geschrieben wurde. Bei der Stasi ist es ähnlich. Der positive Aspekt: Wir haben aufgeklärtes Publikum, das die Gesamtheit unseres Angebots sieht und erkennt und deswegen zu uns kommt. Und wir sprechen viel mit den Kunden. Und wir versuchen, den Stimmen Geltung zu verschaffen, die in der DDR gelitten haben.

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