Mittwoch, 25. Mai 2005

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Am Gebäude der ehemaligen Luisenschule, der ersten städtischen höheren Mädchenschule, wird eine Gedenktafel enthüllt. Es spricht gerade Inge Deutschkron, die Autorin ("Ich trug den gelben Stern"), Inspirationsquelle und Vorsitzende des Museums "Blindes Vertrauen" www.blindes-vertrauen.de, das an die Rettung jüdischer Blinder durch Otto Weidt erinnert. Ihr Vater war Lehrer an der Schule. Neben ihr links steht Volker Hobrack, der Chef der Gedenktafelkommission. Daneben, die Hände verschränkt und mit Krawatte, der Vizepräsident der Humboldt Universität, die dieses Haus jetzt als Sitz der technischen Verwaltung nutzt. Bürgermeister Zeller, den wir lange behalten möchten, ist wie häufig bei Gedenktafelenthüllungen da und spricht frei einige Worte. Im Vordergrund ehemalige Schülerinnen der Luisenschule. So eine Gedenktafelenthüllung dauert meist eine knappe Stunde und ist wie ein anschaulicher Geschichtskurs.

Diese Schule wurde 1838 gegründet und befand sich 1874 bis 1940 in der Ziegelstraße 12, Ecke Tucholskystraße. Um die vergangene Jahrhundertwende waren bereits über die Hälfte der Lehrkräfte weiblich. Die durchschnittliche Zusammensetzung der Schülerinnen war etwa 500 Evangelisch, 200 Jüdische, 10 Katholische. Die Gedenktafel erinnert auch an einen Teil der Lehrerinnen und Lehrer, die nach 1933 vertrieben wurden. Wir haben ja das enorme Glück, mittendrin zu sein, zu solchen Ereignissen eingeladen zu werden, und wir sind auch noch in der privilegierten Situation, am Nachmittag hingehen zu können.

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