Mittwoch, 13. Januar 2005

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Max Riemelt. Karrierestart in der Berlin Story. Heute Filmstart als Hauptdarsteller in der Rolle des Friedrich Weimer im Film NAPOLA, Elite für den Führer. Das hört sich zwar gut formuliert an, stimmt aber nicht. Richtig ist, daß Max bei uns ein Praktikum gemacht hat. Er wollte damals, 1999 oder 2000, schon Schauspieler werden und suchte als Schüler eine nicht zu stressige Möglichkeit, zwei Wochen Schulpraktikum hinter sich zu bringen. Sein bester Freund XOXOX vermittelte ihm den Job. Aber seine Karriere hat sich Max dann schwer erarbeitet, mental, schauspielerisch, rein körperlich, das kann man sehen. Er spielt einen jungen Mann, der sich aus kleinbürgerlicher Enge im Wedding befreit, indem er die Chance nutzt, zur Eliteschule der den Nazis zu gehen. Wie aus der Begeisterung allmählich Zweifel entstehen, wie sich das Verhältnis der jungen Männer untereinander entwickelt und wie die gnadenlosen Nazi-Erwachsenen sie drillen und als Kanonenfutter vorsehen, stellt Max (und das Drehbuch) überzeugend dar. Wir waren mit seinen Freunden in der Premiere in Berlin im Colloseum in der Prenzlauer Allee und sind tief beeindruckt.

In der Vorbesprechungen der Presse wurde der Film vom Tagespiegel verrissen. „Pseudoprovokanter Nazigrusel, banales Pubertätsdrama an einer NS-Eliteschule.“ Ich bin in meinem Leben immer wieder Klugscheißern begegnet, deren Lebenserfahrung gerade für das bedienen von Word gereicht hat. Der Filmrezensent der Berliner Morgenpost dagegen ist in verkanntes Drehbuchgenie, der die Gelegenheit nutzt, den Autoren zu sagen, wie sie es besser hätten machen sollen. Und der zudem den Schauspieler Max Riemelt und dessen Rolle verwechselt – oder der Journalist hat es nicht so mit der deutschen Sprache. „Irgendwann muß sich Max Riemelt entscheiden …“, heißt es in der Morgenpost. Nein, im Film muß sich Friedrich Weimer entscheiden. Macht nichts, denn einer, der selbst den Drill auf einer nationalsozialistischen Erziehungsanstalt NAPOLA erlebt hat, findet den Film „gut, effektsicher, hervorragend gespielt“. Und das ist Hellmuth Karasek, der jetzt nicht mehr für den Tagesspiegel, sondern für die Morgenpost schreibt. Karaseks Erfahrung und seine Meinung zum Film kann man lesen unter.
http://morgenpost.berlin1.de/content/2005/01/11/feuilleton/727696.html

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