Mittwoch, 12. September 2007

Claudia Melisch im aeltesten Teil Berlins

Claudia Melisch hat gut lachen. Die Archäologin steht im allerältesten Teil der Stadt, auf dem Baugrund der Petri-Kirche etwa an der Gertraudenstraße (die Hochhäuser der Leipziger Straße im Hintergrund) Ecke Breite Straße. Es dürfte die größte und bedeutendste Ausgrabung in Berlin überhaupt sein.

In der ersten Urkunde Berlins aus dem Jahr 1237 wird der Pfarrer Simeon aus Cölln erwähnt, Pfarrer der Petri-Kirche. Die Fundamente der Kirche müssen als noch um etliches älter sein.

Im Jahr 1968 wurde beim Bau der Gertraudenstraße bereits Gräber freigelegt. Die Petri-Kirche wurde 1960 im Auftrag des Stadtsowjet abgerissen. Fachleute sagen, das wäre nicht nötig gewesen. Ausführlich demnächst alles in der Berliner Morgenpost.

Melisch in der Petri-Kirche

Skelett freilegend 150

Das Ausgrabungsteam ist seit März 2007 aktiv. Die Fundamente der letzten Petri-Kirche wurden freigelegt, Teil der Grundmauern des Cöllner Rathauses.

Zunächst wurde mit Hilfe von Baumaschinen der Grund geöffnet. Mauern, und Fußböden jüngerer Häuser sowie morderne Rohrleitungen und Schuttauffüllungen wurden in der ersten Arbeitsstufe entfernt. Danach erst setzt die Feinarbeit per Hand ein. Die archäologischen Bereiche zu erkennen und zu sichern ist die erste Aufgabe von Claudia Melisch. Deswegen sieht man sie dauernd in der Ausgrabung zwischen der Mitarbeitern hin- und herspringen. ((Bei Google war dieser Tagebucheintrag unter „Ausgrabung Petri Kirche Berlin“ nach 15 Minuten zu finden. Ich wollte eigentlich mehr Material suchen.)) Im Landesdenkmalamt ist Dr. Karin Wagner für die Ausgrabungen zuständig.

Führungen finden in jedem Monat am Freitag um 15.30 Uhr statt, am 14. September, 12. Oktober, 9. November und 14. Dezember.

Das Buch zur Ausgrabung würden wir gern machen.

Skelett auf dem Friedhof derPpetri Kirche

Fast 300 Gräber sind bisher geborgen worden, weitere befinden sich im Boden. Darunter sind auch sehr viele Kindergräber. Hier auf dem Foto sieht man zwei Skelette, wahrscheinlich aus verschiedenen Zeiten, die zusammengerutscht sind. Unten Beine und Becken, gleich darüber Füße aus einem anderen Grab und leicht seitlich das Skelett eines Kindes.

In der vergangenen Woche machten mich gleich dreimal Kunden der Berlin Story auf die Ausgrabungen aufmerksam. Wir hatten das etwas verpennt, zwar außen die sehr anschaulichen Informationatafeln gelesen, als wir nebenan beim Berliner Stasibeauftragten in de Scharrenstraße waren, aber nie über den Bauzaun geguckt.

Photochrome sind alte Fotografien, sehr genau, die dann koloriert wurden und die man ziemlich groß gedruckt werden können. Jörg von Bilavsky brachte uns heute eine ganze Serie wundervoller Aufnahmen, die mich begeisterten. Man könnte daraus ein Buch machen und die Bilder auf Bütten gedruckt einzeln wie edelste Poster verkaufen. Norman sagt, ich soll nicht immer gleich so aus dem Häuschen geraten vor Entzücken. Wir müssen erstmal prüfen, ob wir das alles hinbekomen und was es kostet. So ein Buch muß ja in super Qualität gedruckt sein und ein großes Format haben.

Vier Stunden Historiale. Diesmal möchten wir gern etwas früher mit der Grundlinie der Planung abschließen und wie beim Tag des Offenen Denkmals möglichen Projektpartnern vorstellen, in welche Richtung es gehen soll. Die erste gute Nachricht: Volker Hobrack macht (endlich) noch intensiver mit. Die zweite gute Nachricht: Es wird wohl wieder im Abgeordnetenhaus von Berlin weitergehen. Die dritte gute Nachricht: Wir sind in der kommenden Woche mit dem Rohbau der Planung fertig und laden zu Ende Oktober zur Präsentation ein.

Berlin for Beginners, gleich das nächste Buch, eine Idee und Arbeit von Thomas Knuth. Das ist witzig und knapp und von vorn bis hinten durchdacht. Das Buch soll nicht zu dick werden, erstmal in deutscher Sprache kommen, aber schon jetzt schwebt uns eine englische Ausgabe vor. Norman dazu: Siehe oben.

Diese umfangreiche Homepage führt dazu, daß wir viele Bewerbungen auch von Praktikanten haben. Wir geben Praktikanten echte Aufgaben, vollständige Projekte. Kaffee kochen und kopieren können auch die anderen auch, Ablage machen wir sowieso nicht, kommt alles in den Papierkorb. Heute bewarb sich Tobias Witte. Wie alle soll er erst drei Tage Probearbeit machen. Er sieht dann, ob das bei uns wirklich so toll ist wie auf der Homepage beschrieben. Joest Feenders, mit dem es zwischendurch eine Absprach über die Weiterentwicklung unserer Internetpräsenz gab, meint, Tobias könne ja diese Hauptseite in ein Content Management System umbauen. Dann wäre er schnell in dieser Hinsicht fit.

undefined

Berliner Stadtführer in der Berlin Story, viertes Treffen. Ich habe vergessen, auf die Uhr zu sehen, aber nach einer Stunde hat immer noch keiner gemeckert. Wir berichten, was wir Neues machen, erkunden, was wir für die Guides tun können – und wir stellen unsere Mitarbeiter vor, zum Beispiel Norman. Daß Norman manchmal zum Überlegen rät, ist kein Wunder. Es hängt damit zusammen, daß er mehr als alle zwei Wochen ein Buch über Berlin kaum schaffen kann. Seine Kollegin Tanja kümmert sich derzeit um die Historiale-Dokumentation.

Guides 1 462

Jetzt sitzen hier noch die Stadtführer, aber gleich geht es weiter mit einer Marketingbesprechung mit Angelina und Katharina sowie Silvia. Das dauert bis Mitternacht. So gut strukturiert wie jetzt war unsere Arbeit noch nie. Was die beiden dafür tun, daß die Buchhändlerinnen und Leser unsere Bücher finden, daß Kunden in den Laden kommen und daß die Historiale in der Zeitung steht, das beschreiben sie bald in einem Beitrag, der auf der schönen Verlagsseite zu finden sein wird.

0 Kommentare

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar