Mittwoch, 11. Februar 2009

Mitarbeitergespräche. In jedem Jahr finden Mitarbeiterentwicklungsgespräche statt. Früher war das ganz einfach, weil es nicht so viele Mitarbeiter waren. Heute müssen wir die Gespräche gründlich terminieren. Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter erhält einen Fragebogen von vier Seiten zu Vorbereitung – damit nichts Überraschendes auf den Tisch kommt. Dann ziehen wir uns jeweils ein bis zwei Stunden in abgeschottete Ruhe zurück. Zwei Stunden Mal 30 Mitarbeiter – das sind einige Tage und viele Protokolle.
Es geht erst um einfach Fragen: Was gefällt Dir, was gefällt Dir nicht, was bedeutet Dir Deine Arbeit?. Darauf folgt eine längere Abteilung zum Ankreuzen, wie nach eigener Einschätzung das eigene Erscheinungsbild ist, das Arbeitstempo, die Teamfähigkeit und die Selbstorganisation. Das sind Fragen, die Anlaß bieten, über das Arbeitsverhalten zu sprechen. Es folgen die offenen Fragen über die Zufriedenheit, und darüber, was in letzter Zeit störend war, ob die Verantwortungsbereiche sinnvoll aufgeteilt sind. Anschließend wird es intim, denn der Vorgesetzte stellt sich in Frage. Fühlst du Dich gut informiert? In welchem Punkt wird Dein Vorgesetzter seiner Vorbildfunktion nicht gerecht? Dürfen sich manche Mitarbeiter Dinge erlauben, die sonst mit Hinweis auf unsere Standards nicht toleriert werden?
Am Ende geht es um die Zielvereinbarungen für das nächste Jahr.
Sagen die Mitarbeiter denn überhaupt, was sie denken? Und ob. Gelegentlich ziemlich heftig. Das ist anstrengend und sehr angenehm. Es schafft eine offene, zukunftsorientierte Atmosphäre. In einem halben Jahr finden die Mitarbeiterentwicklungsgesprächen mit den Abteilungsleitern statt.

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