Mitte Museum

Neu beim Berlin Story Verlag und nach einem knappen Dreivierteljahr immer noch neu in Berlin erkunde auch ich meine Wahlheimat, um mich in diesem historischen Raum zu verorten. Mein erster Streifzug führte mich gestern nach Wedding, wo ich das Mitte Museum besuchte.

Aus der U-Bahn wieder an die Oberwelt geklettert, hoffte ich, dass die klassizistische Kirche schräg gegenüber schon das Museum sei. Die Sonne tauchte die Kreuzung in gleißendes, heißes Licht. Und so strebte ich, dem Straßenschild folgend, die Pankstraße entlang, an diversen würzig duftenden Lokalitäten vorbei, bis plötzlich und unvermittelt ein Schild am Zaun des Museums auftauchte und mir den Weg in einen schattigen Hof wies, in dem ein gerade angeworfener Sprinkler Abkühlung versprach.

Im Inneren erwartete mich die erste Überraschung: Der Angestellte des Museums weist mich freundlich auf die kostenlosen Spinde hin, die ich sogleich nutze. Nur mit Bleistift und Zettel bewaffnet, mache ich mich auf den Weg durch die zwei Etagen, die die Geschichte von Wedding, Tiergarten und Mitte beleuchtet.

Linkerhand führte mich der erste Raum zurück in die Lebensrealität der Arbeiter im späten 19. Jahrhunderts. Anhand von Kleinstrauminstallationen und in schmutzigen Grau-, Blau-, Grün- und Brauntönen gehaltenen Bildern erzeugt dieser Ausstellungsteil ein beklemmendes Gefühl von Enge und Unbehagen. Nach der Besichtigung des Zeitstrahls im gegenüberliegenden Raum im UG, der die Geschichte der drei Bezirke parallel erzählt, trat ich im Obergeschoss in eine ganz andere Ausstellungswelt ein.

Große helle Räume begeisterten mich mit ihrer große Zahl an historischen Exponaten, die von der Hacke über den feinen Mantel mit Zylinder bis zum Modell an der Decke reichen ebenso wie ihre spannungsreiche Anordnung, die die Vielfältigkeit und die Veränderungen der drei Stadtteile im Wandel Berlins widerspiegeln.

Mein Fazit: Dieses Museum lohnt sich und ist auch einen weiteren vertiefenden Besuch wert.

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