„Menschen in Kreuzberg“ – Sonnabend 17 Uhr Ausstellungseröffnung

„Menschen in Kreuzberg“ ist das Buch zur Ausstellung, die am Sonnabend in The Browse Gallery eröffnet wird, Marheinekeplatz 15, 10962 Berlin, über der Markthallle. AugenBlicke. Stillstand und Bewegung. Die Ausstellung findet statt im Rahmen des European Monthe of Photography.

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Einladung zur Ausstellungseröffnung 
Der 5. Europäische Monat der Fotografie unter dem Motto „Der Blick des Anderen“ findet in Kreuzberg ein besonderes Echo und einen besonderen Beitrag: „AugenBlicke. Stillstand und Bewegung. Fotografien aus Kreuzberg“ heißt die Fotoausstellung, die vom 3. November 2012 bis 1. Dezember 2012 Unbekanntes & Ungewöhnliches aus dem ehemaligen Berliner Randbezirk zeigt. Einblicke in normale und alternative Lebenswelten, Erinnerungen in Schwarz-Weiß. Vieles hat die bundesrepublikanische Gesellschaft inspiriert, einiges ging ins Leere. Die Besetzung des Rauch-Hauses 1971 wurde zum Vorbild für selbstbestimmte Jugend- und Kulturzentren, das 1. Mai-Fest 1972 auf dem Mariannenplatz zur Blaupause für Straßenfeste, die gewalttätigen Demonstrationen und Häuserkämpfe zur Provokation des Herrschaftssystems. Ein soziales Experimentierfeld. Eine Trümmer-Wüste nach den Krawallen am 1. Mai 1987. Und vorher der Alltag, an dem Zünder lagen. Nicht nur die Mietskasernen standen vor der Sprengung. Vermeintliche Stille vor dem Sturm, die Bilder aus den 70ern so anders als die der 80er.

Das West-Berlin der 70er- und 80er-Jahre, Kreuzberg, Mauer, abgeschrieben. Viele, die hier lebten, hatten keine oder nur diese Wahl. Billige Mieten in Kriegsruinen, Überlebenskampf, kleine Glücksmomente und dauerhafte Abstürze. Altersarmut, Ausländer, Kinder und Kiez. Eine Welt in den Scherben der Vergangenheit ohne Bewegung. Neubauten wie das umstrittene NKZ, Altbauten mussten weichen. Ohne Widerrede.

Gegen die Abrissbirnen formiert sich der Widerstand. In diesem Terrain bewegen sich die FotografInnen aus England, Schweden und deutsche Zugezogene aus den alten Bundesländern. Sie sind Andere und Andere blicken zurück. Neugierde, Ungläubigkeit, Fremdes. Von beiden Seiten ist die Spannung spürbar. Lange vor dem Mythos Kreuzberg und der Entwicklung zum Szenebezirk sind diese Fotografien das Vermächtnis eines Lebensraums, über dem ein dauernder Grauschleier hing. Die Farben an den Hausfassaden kamen später, die Touristen auch.

Mit Fotografien von Peter Gormanns, Michael Hughes, Ann-Christine Jansson, Wolfgang Krolow, Horst Luedeking, Toni Nemes und Siebrand Rehberg – kuratiert von Ellen Röhner und Erik Steffen.
 
Zur Eröffnung am 3. November um 17 Uhr freuen wir uns auf Ihren Besuch.
Es begrüßt Bezirksstadtrat Hans Panhoff.
Einführung: Erik Steffen
Musik: Matt Grau, Müll-Künstler, Musiker und DJ, kam 1983 nach West-Berlin. Seit 1987 Kreuzberger, erst im Schatten der Mauer, nun ohne. Eine Vielzahl Projekte vom „Bündnis für Stadl“ bis zum „Kreuzberger Kasperletheater“ mit Frank-Kirk Ehm-Marks, das Kult ist. Als Gitarrist der Social-Beat-Ikone Hadayatullah Hübsch wurde er fast berühmt. Neben bizarren Eigenproduktionen ein Repertoire von Ton Steine Scherben bis Einstürzende Neubauten. 
 
Ort: The Browse Gallery, Marheinekeplatz 15, 10961 Berlin
U 7 Gneisenaustraße, Bus 140 und 248
Öffnungszeiten: Mo.–Fr. 8.00–20.00 Uhr, Sa. 8.00–18.00 Uhr

Das Ausstellungsprojekt „AugenBlicke. Stillstand und Bewegung. Fotografien aus Kreuzberg“ ist eine Kooperation des Bezirksmuseums Friedrichshain-Kreuzberg mit der Gesellschaft für interregionalen Kulturaustausch e. V. und der Community Impulse Berlin e.V. Eine Ausstellung im Rahmen des 5. Europäischen Monats der Fotografie 2012.
Gefördert mit Mitteln aus dem Bezirkskulturfonds Friedrichshain-Kreuzberg
 
Begleitveranstaltungen zur Ausstellung „AugenBlicke. Stillstand und Bewegung“
Donnerstag, 15. November 2012, 20:00 Uhr
SO 36 – Unser Leben war mehr als ein Bilderbogen
Gefühl & Härte, Aufbruch & Absturz rund um die Kreuzberger Oranienstraße von 1971 bis 1989. Eine multimediale Amokfahrt. Musik, Lesungen, Projektionen von MDK bis ENDART. Künstler, Hausbesetzer & Normalos. Zeitzeugen u.a. H.-J.-Hillmann, Volker Hauptvogel, Klaus Theuerkauf und Frank-Kirk Ehm-Marks.
Ort: Kreuzberg Museum, Adalbertstr. 95A,10999 Berlin
Eintritt frei
 
Donnerstag, 29. November 2012, 20:00 Uhr
Stillstand und Bewegung. Menschen in Kreuzberg – Fotografien
aus den 70ern und 80ern
Der Berlin Story Verlag präsentiert das Buch „Stillstand und Bewegung, Menschen in Kreuzberg“ mit Aufnahmen von sieben FotografInnen, herausgegeben von Ellen Röhner und Erik Steffen: Krasse Momentaufnahmen aus einem Berliner Bezirk, der damals weder Mythos noch Szene war. Auf der Spurensuche einer verblassten Erinnerung, die Menschen und Orte als Bilder hinterließ.
Eine Veranstaltung im Rahmen von Stadt Land Buch 2012, Börsenverein des deutschen Buchhandels.
Ort: Kreuzberg Museum, Adalbertstr. 95A, 10999 Berlin
Eintritt frei
 
Zur Ausstellung erscheint das Buch Stillstand und Bewegung. Menschen in Kreuzberg. Fotografien aus den 70ern und 80ern
Herausgegeben von Ellen Röhner und Erik Steffen
Berlin: Berlin Story Verlag, 2012, 19,80 €
128 Seiten, deutsch und englisch
ISBN 978-3-86368-091-6

Auf der Homepage des Bezirksmuseums Friedrichshain-Kreuzberg finden Sie Fotos aller beteiligten FotografInnen: http://www.kreuzbergmuseum.de/index.php?id=279