„Mein Kampf“ — Sven Felix Kellerhoff im Deutschen Historischen Museum

SFK Mein Kampf 01
SFK Mein Kampf 02, Alexander Koch
SFK Mein Kampf 03, Armin Fuhrer
SFK Mein Kampf 04, Brechtken
Sehr spannend, weil konträr. Es geht um das Buch „Mein Kampf – Die Karriere eines deutschen Buchs“ von Sven Felix Kellerhoff über Inhalt, Entstehungsgeschichte und Reaktionen der Medien im Inland und Ausland  damals auf Hitlers Buch.

Prof. Alexander Koch (rechts), Direktor des Deutschen Historischen Museums,  eröffnet die Veranstaltung im Zeughaus-Kino.

 

Armin Fuhrer, Autor zahlreicher Bücher zum Nationalsozialismus,  (rechts) moderiert den Abend.

Prof. Brechtken (unten) sieht einen direkten Zusammenhang zwischen dem Buch von 1924 „da hatte Hitler gerade mal viel Zeit …“ und dessen handeln von 1933 bis 1945.

Kellerhoff zweifelt. Er sieht nicht, dass mein Kampf so etwas wie eine handlungsanweisung sei. Es gäbe nur zwei rote Fäden, nämlich den irrsinnigen Rassenhass und die eroberung von Lebensraum im Osten. Ansonsten sei das Buch sprunghaft und widersprüchlich.

Brechtken meint, es sei kein Fahrplan, aber eine Art Masterplan, von dem sich das spätere Handeln ableite: Die Rassengesetze, der Krieg, die Vernichtung von Juden und vielen anderen. Die Außenpolitik sei in ihrer strategischen Ausrichtung angelegt und habe natürlich später taktischen Anpassungen unterlegen.

Kellerhoff lobt, dass das Institut für Zeitgeschichte die extrem aufwendige Arbeit aufgenommen habe – und gegen den Willen der bayerischen Staatsregierung weiter mache – „Mein Kampf“ zu kommentieren. Er selbst habe vor einigen Jahren zusammen mit seinem Kollegen Ralf-Georg Reuth überlegt, ob sie sich an eine kommentierte Aufgabe setzen sollten. Aber das könne man nebenbei nicht leisten.

Brechtken bestätigt, dass viele Mannjahre von Wissenschaftlern zusammen mit vielen Hilfskräften notwendig gewesen seien.