Mein Gorilla hat ’ne Villa im Zoo

Autor: Wieland Giebel | Datum: 12. Juni 2016 | Kategorie: Berlin Story

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Mein Gorilla hat ne Villa im Zoo … von Magdalena und Gunnar Schupelius … demnächst im Berlin Story Verlag …

 

… So kam schon 1746 ein indisches Panzernashorn nach Berlin. Es wurde in einer Fischerbude auf dem Spittelmarkt gezeigt und fraß dort täglich 60 Pfund Heu und 20 Pfund Brot. Sogar der König interessierte sich für das gefräßige Wesen: Sein gesamter Hofstaat durfte es bewundern und der König bezahlte alle Eintrittskarten.

… König Friedrich Wilhelm III. mochte eine bestimmte Ziege. Wann immer er kam, bekam die Ziege etwas besonders Leckeres von ihm und die beiden, der König und die Ziege, wurden gute Freunde.

 

… Dem Zoo ein Tier zu schenken, das war unter den Berliner Kaufleuten (nach 1850) bald schon Ehrensache! Einige Jahre lang waren die Rollen klar verteilt: Die Firma Mampe stiftete die Elefanten, Leineweber die Gorillas, Möbel Hübner war für die Giraffen zuständig und Bolle für die See-Elefanten.

 

… Ein Papagei etwa musste in den Zoo, weil er so furchtbar eifersüchtig war. Er liebte seine Besitzerin so sehr, dass er dauernd deren Ehemann überfiel. Er biss und kratzte ihn und krächzte dabei fürchterlich. Irgendwann hatte der Ehemann genug und der Papagei wohnte fortan im Zoo.

… Manchmal springen nicht nur Menschen, sondern andere Tiere ein und helfen: So wurde im Berliner Zoo bereits 1862 ein von seiner Mutter verstoßenes Tigerbaby von einem Hund adoptiert und großgezogen!

 

… Ein Emu etwa streckte seinen langen Hals gerne durch die Gitterstäbe und blinzelte die Menschenfreundlich an. Und die freuten sich und fühlten sich sehr geehrt. Kaum aber entdeckte der Emu eine hübsche Uhr oder ein glitzerndes Schmuckstück, dann schoss er vor, packte zu und verschluckte die Uhr oder den Schmuck! Zum Glück vertrug der Emu Schmuck sehr gut. Er bekam nie Bauchschmerzen. Und irgendwann kam der Schmuck wieder heraus. Die beklauten Besucher konnten ihre Sachen dann beim Tierpfleger wieder abholen.

 

… Ein Bär etwa, der aus Hamburg gekommen war, trat in Berlin umgehend in den Hungerstreik. Er fraß einfach gar nichts mehr. Was konnte ihm nur fehlen? Der Zoodirektor rief im Hamburger Zoo an, schließlich hatte der Bär dort gelebt. Und wirklich, dort wusste man Rat: „Füttern Sie ihm eine Erdbeertorte!“ Der Bär bekam also eine Erdbeertorte. Und siehe da: Sofort war er wieder gesund.

 

… Das Antilopenhaus wurde im März 1872 von Kaiser Wilhelm I. eröffnet. Zahlreiche Antilopen, Giraffen und Zebras waren bereits eingezogen. Es muss dem Kaiser ganz offensichtlich gut gefallen haben: Nur wenige Monate später lud er den russischen Kaiser Alexander II. und den Kaiser Franz-Joseph I. von Österreich-Ungarn zu einem Treffen ein – im Antilopenhaus!

 

Mein Gorilla hat ne Villa im Zoo …  von Magdalena und Gunnar Schupelius … demnächst im Berlin Story Verlag …

 

 

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