Mal was lustiges mit Hitler drehen

Wegen der schlechten Erfahrungen in den vergangene Jahren lassen wir kaum mehr ein Kamerateam im Berlin Story Bunker drehen. Selbst bei den öffentlich rechtlichen fehlt es inzwischen oft an der notwendigen Seriosität. Wir machen Pressekonferenzen mit verpflichtender Anmeldung und schließen auch da Sender aus. So zum Beispiel einen polnischen Sender, der uns in der als Neonazis darstellen wollten oder einen argentinischen Sender, dessen Mitarbeiter unsere Mitarbeiter bedroht haben und gesagt haben, wenn sie nicht überall alles drehen dürfen (auch in den nicht zugänglichen bereichen), dann reden sie alles schlecht und raten vom Besuch ab. Die restlichen 110 Journalisten bei der Pressekonferenz waren normal – aber dennoch machen einen diese Fälle vorsichtig.

Vor Kurzem fragte eine Produktionsgesellschaft für das ZDF an. Sie wollten für eine Satiresendung bei uns etwas drehen – die Anfrage war unklar und komisch. An sich wollten sie eine Tour durch die Dokumentation “Hitler – wie konnte es geschehen” filmen und dann mit Besuchern sprechen und dabei Kostüme tragen. Aber auch auf Nachfrage war nicht ganz klar, worum es geht. Spätestens bei den Kostümen ist so eine Anfrage aber sehr auffällig. Heute lief dann die Sendung – wir sind froh unsere Dokumentation nicht unfreiwillig als Set für so einen Nazi-Blödsinn zur Verfügung gestellt zu haben.

Der letzte vermeintlich seriöse Dreh war mit Jamie Theakston von der BBC. Da sollte man erwarten, dass alles gut geht. Sie wollten etwas zur Geschichte des Gebäudes drehen und zu unserem ehrenamtlichen Engagement dort. Alles machte einen seriösen und normalen Eindruck. Sie waren professionell und Freundlich. Da es der Werbung für das Projekt dienen sollte, zahlten sie zwar eine Aufwandsentschädigung dafür, dass wir ein paar Stunden für sie den Bunker öffneten, mehr aber nicht. Alles ok soweit. In der ausgestrahlten Sendung hieß Enno Lenze auf einmal “Enno Muller” von der Berlin Story war keine Rede mehr. Dafür sagten sie, sie hätten am Rande Berlins einen verborgenen alten Nazi Bunker gefunden. Na vielen Dank.

Ein privater deutscher TV Sender fragte für eine große Sendung an, ob sie mit einer durchaus berühmten Band in der Dokumentation zum NS-Regime ein Musikvideo drehen könnten. Das fanden sie irgendwie lustig. Auf den Einwand, dass das weder lustig ist noch sinnvoll hieß es wieder: “Das ist aber Werbung für sie!”. Das glauben wir weniger.

Anfragen wie diese haben wir leider immer mehr. TV Teams brauchen an sich ein Set für eine Geschichte, die sie sich vorher ausgedacht haben oder einfach für etwas “lustiges”. Da haben wir leider keine Lust mehr drauf.