Mahnmal nationalsozialistische „Euthanasie“-Morde an der Philharmonie der Öffentlichkeit übergeben

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20140902_Euthanasie_Freiluftausstellung

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20140902_Euthanasie_Tafel02Direkt an der Philharmonie wurde heute der Gedenk- und Informationsort für die Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Morde am Ort der Planungszentrale Tiergartenstraße 4 in Berlin der Öffentlichkeit übergeben.

Alle, die politische Verantwortung in Berlin tragen, sind da. Die Staatsministerin für Kultur und Medien, der Regierende Bürgermeister, der Präsident des Abgeordnetenhauses, ein ehemaliger Präsident des Abgeordnetenhauses, der Kulturstaatssekretär und der ehemalige Kulturstaatssekretär, der Bürgermeister von Mitte und die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags.

Monika Grütters, Staatsministerin, erinnert daran, dass 300.000 Menschen, körperlich und geistig Behinderte, in sechs Tötungsanstalten ermordet wurden.

Die Erinnerung an die Verbrechen der Nationalsozialisten sei unsere immer währende Aufgabe und Verpflichtung, das Mahnmal sei ein identitätsstiftendes Moment für Gegenwart und Zukunft.
Bürgerschaflichtes Engagement habe auch in diesem Fall wesentlich dazu beigetragen, den sichtbaren Gedenkort zu schaffen.

Klaus Wowereit berichtet von Marie aus der Charlottenstraße, die aufgrund ihrer (selten aufgetretenen) Schizophrenie von den Nazis umgebracht wurde.

Die Morde wurden, so Wowereit, zentral in Berlin geplant, genau hier, in der Tiergartenstraße 4, es war das Projekt T4. Das ehemalige Haus ist heute teilweise von der Philharmonie überbaut.
Die Opfer der „Euthanasie“ und die Zwangssterilisierten wurden bisher vom Gedenken ausgeschlossen.Wowereit dankt besonders den Historiker Goetz Aly für seine wissenschaftliche Pionierarbeit.

Eine demokratische, vernünftige Gesellschaft habe dann Sinn, so schließt Wowereit, wenn sie keinen stehen lasse, wenn sie alle mitnehme.

Prof. Dr. Peter Funke von der Deutschen Forschungsgemeinschaft erläutert, wie die Akten nach 1990 in einem Stasiarchiv wieder auftauchten. Er erinnert daran, wie schwierig es ist, an einem Ort der Täter an die Opfer zu erinnern.

Sigrid Falkenstein, treibende Kraft dieses Denkmals, erinnert an ihre Angehörige Anna Lehnkrieg, die Opfer nationalsozialistischer „Euthanasie“-Morde wurde.

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