Märzrevolution — der Bürgerverein ehrt die Toten von 1848, Vorkämpfer unserer Demokratie

Die Berliner Bürgerwehr schießt auf die Arbeiter Berlins. Diese Gedenktafel wurde heute neu vom Bürgerverein Luisenstadt aufgestellt. Sie stand schon 2008 hier, 160 Jahre nach der Märzrevolution von 1848, und wurde von Vandalen zerstört. Rechte? Linke? — Einfach Blödmänner. Im Hintergrund sieht man das Georg-von-Rauch-Haus, ehemals einen Teil von Bethanien. Bethanien war ein riesiges Krankenhaus, das Friedrich Wilhelm IV. weit außerhalb der Tore Berlins bauen ließ, damit Infektionen nicht in die Stadt getragen wurden.

Ronald Pieper, Chef des Bürgervereins, berichtet vor zwanzig Interessierten, relativ weit auseinander stehenden Bürgern, dass wir es als unsere Aufgabe ansehen, auch hier im Kleinen in unserem Viertel an den Kampf für Demokratie damals zu erinnern. Volker Hobrack, links mit Blick zur Kamera, erinnert an die Historiale 2008, als der Verein Historiale mit Re-anactments in der Stadt unsere Vorkämpfer würdigte. Im Hintergrund die Thomaskirche.

So sahen die Revolutionäre aus. Der gemeinnützige Verein Historiale e.V., der später die Dokumentation „Hitler – wie konnte es geschehen“ sowie das Berlin Story Museum im Berlin Story Bunker einrichteten, führte 2008 eine Woche hindurch große szenische Darstellungen – Re-enactments, ein Theaterstück im Roten Rathaus, eine historische Talkshow im Abgeordnetenhaus sowie etwa hundert weitere Veranstaltungen durch. Rechts der heutige Bunkerchef Enno Lenze, der diese ganzen Veranstaltungen geplant hatte, und in der Mitte Norman Bösch, heute Leiter des Berlin Story Verlags.

Die Medien berichtete ausführlich. Hier der Tagesspiegel.

Maenner, die Soldaten preussischer Truppen (l.) darstellen, und Maenner, die Revolutionaere mimen, kaempfen am Dienstag (18.03.08) in Berlin auf dem Alexanderplatz waehrend des Geschichtsfestivals Historiale gegeneinander. Mit der sogenannten Historiale wird an die Maerzrevolution vor 160 Jahren im Jahr 1848 erinnert.

Die Berliner Morgenpost (oben) war dabei und diese Schlacht um die Königsbarrikade am Alexanderplatz wurde vom rbb live übertragen.

Die Bürgerwehr auf der Seite des Königs gegen die Aufständigen und gegen die Demokratie. Diese Pickelhauben haben wir damals anfertigen lassen. Vom Deutschen Historischen Museum erhielten wir ein Original. Das Zeughaus Kinnemann baute sie nach. Heute sind die Pickelhauben das Symbol der „Pickelhauben-Zeit“ vor und um die Zeit der Geburt Hitlers. Sie hängen im Berlin Story Bunker.

Ein Darsteller steht am Samstag, 22. Maerz 2008 auf dem Gendarmenmarkt in Berlin. Blumen auf den Saergen. Im Rahmen der Historiale wurden die Saerge fuer die 183 Gefallenen der Maerzrevolution von 1848 vor dem Deutschen Dom am Gendarmenmarkt aufgebahrt. Waehrend der Historiale werden die Phasen der Maerzrevolution an mehreren Abenden nachgespielt und den Zuschauern praesentiert. —
An actor stands in front of mock coffins during a reenactment of the revolution in 1848 at the Gendarmenmarkt square in Berlin on Saturday, March 22, 2008. The 1848 revolution was a popular uprising across the various German states in an attempt to create a unified Germany.

Johannes Großer, damals Mitarbeiter der Berlin Story, gedenkt der 183 auf dem Gendarmenmarkt aufgebahrten Toten, unserer Vorkämpfer für die Demokratie. Ganz früh an diesem Tag holten wir drei Laster voller Särge aus einer Berliner Sargfabrik. Sie wurden uns für diese Aktion leihweise zur Verfügung gestellt.

Noch eine Anmerkung: Das Geschichtsfestival Historiale wurde von Buchhandlung und Verlag Berlin Story ausgedacht, durchgeführt und finanziert — ohne öffentliche Mittel. So, wie jetzt der Berlin Story Bunker mit der umfangreichsten Dokumentation gegen den Nationalsozialismus weltweit ohne jegliche öffentliche Mittel betrieben wird.

Anmerkung 2: Schwarz-rot-gold ist die Farbe der Revolutionäre gegen den König, gegen Kleinstaaterei, für Demokratie. Es ist unsere Fahne!