Letzte Überlebende des Lazaretts vor dem Führerbunker wird 90 Jahre alt – Johanna Ruf


Johanna Ruf war 15 Jahre alt, als Deutschland unterging. Heute wird sie 90. Sie half im Lazarett vor dem Führerbunker und pflegte zerschossene Soldaten. Dabei schrieb sie Tagebuch – hier dieses Buch, erschienen im Berlin Story Verlag. „Am 1. Mai 1945 sollten wir BDM-Mädchen in weißen Blusen zum Führer.“ Das wurde abgeblasen. Prof. Werner Haase kam aus dem Führerbunker und sagte, der Führer habe sich gestern erschossen. „Ich konnte das nicht glauben.“

Im Laufe des vergangenen Jahres kam Johanna Ruf vom Seniorenheim in ein Pflegeheim. Sie erinnert sich heute an die Zeit, als sie Krankenschwesternschülerin im St. Josephs war: „Wir hatten Hunger, auch während der Luftbrücke, und haben uns selbst um Kartoffelschalen gekloppt. Die Amerikaner hatten süße Kartoffeln eingeflogen – macht nichts. Damals mussten wir Schwesternschülerinnen die Patienten nach der OP in andere Stockwerke tragen. Es gab keinen Strom. Nur der OP hatte ein Notaggregat. Jetzt soll das Pflegepersonal mehr Geld erhalten. Eine gute Idee. Aber wer soll das bezahlen? Ich schlage vor, alle, die den BER in den Sand gesetzt haben und dennoch riesige Gehälter erhalten.“

Johanna Ruf, Eine Backpfeife für den kleinen Goebbels, herausgegeben von Wieland Giebel, erschienen im Berlin Story Verlag …