Leggewie + Bieber stellen ihr Piratenbuch vor

Claus Leggewie (links)  ist vertief in das Buch, weil er es zum ersten Mal in der Hand hält.

„Unter Piraten – Erkundungen in einer neuen politischen Arena.“

Prof. Dr. Claus Leggewie ist Direktor des kulturwissen- schaftlichen Instituts Essen. Prof. Dr. Christoph Bieber, hier in der Mitte vortragend, kommt von der NRW-School of Governance. Christoper Lauer ist Abgeordneter der Piratenpartei im Abgeordnetenhaus von Berlin.

Bei dem Buch handelt es sich um eine Betrachtung aus politikwissenschaftlicher Perspektive.

Bieber: Die Kapitel sind Entern – ändern – Neustart. Was machen die Piraten anders? Was steckt gesellschaftlich dahinter. Welche ähnlichen Bewegungen gibt es? Die beiden letzten Wahlen sind nicht im Buch, die Urheberdebatte sowie Liquid Feedback nicht. Einige der Entwicklungen seien so komplex, dass sie in einem halben Jahr wissenschaftlich nicht bearbeitet werden konnten. Es werden die Quereinsteiger in die Politik analysiert, die man in den vergangenen Jahren so vermißt habe.

Leggewie: Am meisten beeindrucke ihn als Politologen, dass der Abwärtstrend beim politischen Engagement durch die Piraten durchbrochen worden sei. So sei es damals bei den Grünen auch gewesen.

Das deutsche politische System sei stärker aufnahmefähig als andere. Die Schöpfung der CDU als konfessionell und konservativ sei ein deutscher Sonderweggewesen. Die Grünen seien nur in  Deutschland so stark geworden und hätten sich gehalten. Und jetzt werden die Piraten groß werden. Gesellschaftlich innovative Kräfte können sich in Deutschland  ins politische System hineinbewegen. Es handele sich bei uns um eine gefestigte und innovationsfähige Demokratie. Menschen, die nie im Traum daran gedacht hätten, sich in einer Partei zu engagieren, machten jetzt mit.

CDU, SPD und die Grünen seien in einer blöden Situation  … was mit dem Internet machen, sei jetzt die Devise. Die Piraten seien die Anwälte der globalen Kollektivgüter, sie fordern freien Zugang zum Internet, zum Wissen, wollen das bedingungslose Grundeinkomen und freien ÖPNV. Das alles fügt sich zu einerm programmatischen Block.

Lauer: Quereinsteiger suchen ihren Weg in die Gesellschaft, weil es kaum Andockpunkte in den anderen Parteien gegeben habe. Die verharrten in einer Wagenburgmentalität. Liquid Feedback sei gut, werfe aber noch viele Fragen auf, weil es juristisch nicht bindend sei. Bisher kann dem Vorstand (rechtlich gesehen) zwischen zwei Wahlen keiner etwas sagen. Man müsse experimentieren um herauszufinden, wie verhindert werde, dass Konzerne oder LobbyGruppen dominieren.

Das Buch ist noch nicht lieferbar. Es sollte eher heißen „Über Piraten“, jedenfalls hat sich aus der Buchvorstellung nicht ergeben, dass sich die Autoren unter Piraten begeben hätten.

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