Kinder in „Hitler – wie konnte es geschehen“

So viele Kinder in der Hitler-Dokumentation, damit haben wir nicht gerechnet, das ist überraschend.

Eine niederländische Mutter am Ausgang: „Der Junge ist zwölf, das Mädchen ist sieben. Nein, der Holocaust ist nicht zu schlimm dargestellt. Wir haben lange darüber gesprochen. Die Kinder wissen jetzt, in welch glücklicher Zeit und privilegierten Situation wir leben“.

Eine türkische Mutter am Ausgang: „Wir kommen aus der Türkei, sind Türken, sprechen aber fließend deutsch. Die beiden Kinder auch, sie sind zwölf und 17 Jahre alt. Wir waren eben dreieinhalb Stunden in der Dokumentation. Die beiden Kinder wollten so lange. In der Schule wird ein krudes Hitlerbild vermittelt. Die Kinder haben mitbekommen, Hitler sei von den Juden finanziert worden. Alles geht da durcheinander. Alles ging da durcheinander. Die Ausstellung ist für junge Menschen sehr gut verständlich.“

Zwei elfjährige Mädchen: „Wir kommen aus Nürnberg und ich habe in der Bild-App davon gelesen. Das haben wir unseren Eltern gesagt, wir wollen das sehen. Deswegen sind wir an diesem Wochenende in Berlin. Das ist noch informativer als wir es uns vorgestellt haben.“

Am Telefon: „Mein zwölf Jahre alter Neffe hat mir nahe gelegt, ich solle mir die Dokumentation ansehen. Als Bildungsleiterin einer großen Einrichtung habe ich ständig mit Delegationen aus dem Ausland zu tun. Er sagt, für diese Zielgruppe sei die Dokumentation von außerordentlicher Bedeutung. Er hat gar nicht aufgehört, mich zu agitieren.

Wir haben nach einem Kommentar auf Tripadvisor, dass man vorher sagen solle, „Hitler – wie konnte es geschehen“ sei nichts für Kinder, mit 20 bis 30 Kindern gesprochen, die natürlich immer in Begleitung der Eltern oder eines Elternteils kamen – nie mit Großeltern. Leider haben wir nicht alles aufgeschrieben. Es ist jedoch so, dass es einen Schwerpunkt gibt von Kindern im Alter von 11, 12 und 13 Jahren, die aus eigener Initiative, auf ihren eigenen Wunsch hin kommen, häufig sind auch Geschwister dabei. Jetzt, nach diesen vielen Gesprächen, werden wir noch weniger eine Altersangabe machen. Denn auch viel Kinder im Alter von sieben oder acht Jahren mit Eltern, die sich um die Erziehung kümmern, sehen die Dokumentation mit großem Interesse.

Es wäre eine Freude, wenn es mehr Lehrer gäbe, die mit einer gut vorbereiteten Klasse kommen. Das ist leider selten der Fall.