Kein Handel mit rechten Versandhäusern!

9783957230904_schuber_mit-cd-webDie letzten Nazis sterben langsam aus, doch die Neonazis wollen aus unserer Gesellschaft einfach nicht verschwinden. All der kostenlosen Bildung und den Aufklärungskampagnen zum trotz greift die braune Pest um sich. Was kann man da tun? Sebastian Haffner sagte: „Das beste Mittel gegen Ansteckung durch infektiöse Hitleritis ist das Wissen über Hitler“. Daher haben wir im Berlin Story Verlag inzwischen mehr als 20 Titel zum Thema „Drittes Reich“. Das war nie eine konkrete Verlagsplanung, hat sich im Laufe der Zeit aber ergeben. Spätestens mit „Hitler – Das Itinierar“ sind wir in die Referenzklasse der Hitler-Bücher aufgestiegen. Mit 2.432 Seiten haben wir den umfangreichsten Titel auf dem Markt. Gut wäre es sicher, wenn alle Rechten sich ordentlich bilden würden und viele solche Bücher lesen würden – aber wir alle wissen, dass sie das nicht tun. Dennoch gibt es einige rechte Versandhäuser, die Titel bei uns bestellen wollen. Und jedem ist klar, dass sie dies nicht tun um ihr Weltbild richtig zu rücken. Als Verleger will ich nicht, dass meine Bücher in irgend einem braunen Bücherregal neben Titeln über das „Weltjudentum“ oder den „Friedenspolitiker Hitler“ stehen – so nötig kann ich das Geld gar nicht haben. Vor allem aber wollen wir, dass der rechte Versandhändler nichts verdient. Der Autor Harald Sandner sieht dies genau so und stärkt mir dabei (wieder und wieder) den Rücken. Was tun wir also, wenn wir eine solche Anfrage erhalten? Sie erhalten diese knappe, aber klare Absage:

Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit teile ich Ihnen mit, dass mein Unternehmen keinen geschäftlichen Kontakt mit Ihnen wünscht. Ihre Bestellungen werden nicht bedient.
Enno Lenze

Jede Bestellung zu diesen Titeln per Hand zu prüfen ist natürlich aufwändig und niemand dankt es einem, niemand zahlt einen dafür – aber es muss sein. Dadurch sind uns bisher fünfstellige Umsätze entgangen und in rechten Kreisen wurde zum „Boykott“ des Verlages aufgerufen. Ein Boykott von Geschichtsbüchern durch Rechte? Klingt ironisch.

Warum tut man das also? Weil es richtig ist! Ich möchte mir nicht irgendwann vorwerfen lassen müssen Nutznießer der Rechten gewesen zu sein, die Andersdenkende und Ausländer drangsalieren, verfolgen und ermorden.