Kann man mit dem U-Boot surfen? — U 977 auf dem Weg nach Argentinien

U 977 war das zweite der beiden deutschen U-Boote, die es nach Argentinien schafften – ohne Hitler. Nach einer Abstimmung der Mannschaft am Ende des Krieges verließen die 16 verheirateten Unteroffiziere das Boot, um zu ihren Familien zu kommen. Die anderen machten sich auf den lange Weg nach Mar del Plata. Sie mussten langsam fahren, um Diesel zu sparen, hätten gern auf den Kapverdischen Inseln einen kurzen Urlaub eingelegt – zu riskant, und waren 66 Tage ununterbrochen auf Tauchfahrt – Weltrekord.

Als sie aus der Gefahrenzone heraus waren, fuhr das Boot meist aufgetaucht und es wurde langweilig. Der Kommandant Heinz Schaeffer (24, rechts) schreibt:

„Man müsste im Ozean baden können, ist der Wunsch eines jeden. Ein Wellenreiter wäre ideal. Es gibt genug Holz und Seile. Noch am selben Tag wird ein neugebauter Wellenreiter in Betrieb genommen. Nur wollen wir lieber nicht hinter dem Heck, sondern seitlich gezogen werden. Die Leine wird vorn am Bug befestigt, dann steigt der Mutigste auf das schwankende Brett. Es macht wirklich einen Heidenspaß. Natürlich wird viel Salzwasser geschluckt, denn noch sind wir ungeübt in dem neuen Sport, und die meisten kennen ihn nur aus Kino-Wochenschauen.“

 

Am 17. August 1945 erreicht U 977 argentinische Küste. Der Verdacht, Hitler sei an Bord gewesen, kann bald entkräftet werden.