Förderantrag abgelehnt — Jan Karski – wie ein Mann den Holocaust stoppen wollte

Zum dritten Mal hat der gemeinnützige Verein Historiale e.V. einen bescheidenen Förderantrag gestellt. Zum dritten Mal wurde die Förderung vom Kultursenat abgelehnt. Die Dokumentation „Hitler – wie konnte es geschehen“ sollte in einem wichtigen Punkt ergänzt werden, nämlich was die Amerikaner und Briten vom Holocaust wussten und warum sie nicht handelten, was die Deutschen hätten wissen können, wenn es sie interessiert hätte. Das Volumen dieses Antrags betrug 1,7 Prozent der Summe, die wir aus eigenen Mitteln in die Dokumentation gegen Rassismus, Antisemitismus und Nationalmus investiert haben.

Der Antrag: 

Jan Karski: Wie ein Mann den Holocaust stoppen wollte
„Als wir uns unseren Weg durch Dreck und Trümmer bahnten, huschten Schattengestalten, die einmal Männer und Frauen gewesen waren, an uns vorbei, während ihr Blick vor Hunger oder Gier wirr flammte. Immer wieder kamen wir an Leichen vorbei, die nackt auf der Straße lagen.“
Der junge polnische Diplomat Jan Karski (1914 – 2000) hatte sich ins Ghetto von Warschau einschleusen lassen und berichtete der britischen Regierung und dem amerikanischen Präsidenten Roosevelt im Juli 1943 persönlich und als Augenzeuge des Verbrechens über die systematische Ermordung der Juden. Nichts geschah daraufhin. Die Dokumentation soll die Ausweglosigkeit der Juden vermitteln, die nicht flüchten konnten, weil es keinen Fluchtort gab. Erste Berichte hatten die Regierungen der Alliierten bereits im Sommer 1942 erhalten.
Die Bild-Text-Video Dokumentation in deutscher und englischer Sprache beschränkt sich nicht auf die gut erforschte Darstellung des heldenhaften Handelns Karskis, sie wirft auch die Fragen auf, was die Deutschen wussten oder wissen konnten. Sie wendet sich als ergänzender Teil von „Hitler – wie konnte es geschehen“, der Dokumentation auf 2.500 Quadratmetern im Berlin Story Bunker, an Berliner (Schüler) und die achtzig Prozent der Berlin-Besucher, die sich für Zeitgeschichte interessieren.
Kooperationen sind angestrebt mit der Jan Karski Educational Foundation, B´nai B´rith Berlin, dem Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaft sowie Yad Vashem.

Sehr geehrter Herr Giebel,

am 31.01.2018 hat der Historische Beirat beim Senator für Kultur und Europa abschließend über die Anträge der Sonderausschreibung zur Förderung zeitgeschichtlicher und erinnerungskultureller Projekte beraten.

Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass Ihr Projektantrag nicht für eine Förderung vorgesehen ist. Ich bedauere, Ihnen keine andere Mitteilung zukommen lassen zu können und hoffe, dass Sie eine andere Möglichkeit finden, das Vorhaben dennoch zu realisieren.

Eine Liste der geförderten Projekte ist demnächst auf der Internetseite der Berliner Kulturverwaltung einzusehen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Christine Regus