Jahresrückblick 2018 – Berlin Story Bunker und Verlag

Das Jahr 2018 war das erfolgreichste im Bunker und eines der erfolgreichsten im Verlag. Ein Jahr nach Eröffnung der Dokumentation „Hitler – wie konnte es geschehen“ konnten wir bereits 200.000 Besucher begrüßen – eine Familie aus Dänemark.

Im Verlag stieg der Umsatz vor allem, weil das Buch „Warum ich Nazi wurde“ auf breites Interesse gestoßen ist. Erschienen im September 2018 geht es im Januar 2019 die fünfte Auflage. Der bedeutende Historiker Götz Aly bezeichnet es in der Süddeutschen vom 28. Dezember als sein wichtigstes Buch 2018: „Die oft überspezialisierten Studien unserer Zeithistoriker wenden sich an einen selbstgenügsamen inneren Kreis. Anders das privat finanzierte Werk des Berliner Autors Wieland Giebel … Er missbilligt die modische, jedoch nichts erklärende Identifikation mit den Opfern der NS-Herrschaft und geht stattdessen diesen zentralen Fragen nach: Warum folgten so viele deutsche Hitler? Warum führten sie einen monströsen Rassenkrieg? Warum begingen oder tolerierten den millionenfachen Mord an unschuldige Menschen?“

 

In Yad Vashem hätte sie ein orthodoxer Jude darauf aufmerksam gemacht, dass sie uns unbedingt besuchen sollte, wenn sie in Berlin sei.

Die Wertschätzung der Besucher des Berlin Story Bunkers drückt sich aus in Gesprächen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, in den Einträgen im Gästebuch und auf den Bewertungsportalen.

Als exemplarisch könnte der Besuch von Ruth .S. aus Israel im Juli 2018 gesehen werden.

Ruth ist überrascht, dass eine private, nicht staatliche Dokumentation die Verantwortung übernimmt, die Verbrechen von Hitler und den Nationalsozialisten darzustellen. Ein orthodoxer Jude hatte sie in Yad Vashem auf uns hingewiesen. Sie sprach uns an und stellte fest, wie viel Verantwortung wir übernommen haben. Wir bedankten uns höflich, weil das doch recht oft passiert. Dann fuhr sie aber fort, dass dieser Bunker ein authentischer historischer Ort sei, anders als das US-Holocaust Memorial Museum in Washington, das USHMM, und anders als Yad Vashem.

 

Wieland Giebel vor dem Holocaust Memorial Museum in Washington, USHMM. Darstellung und Forschung gehen Hand in Hand — wir haben das genau studiert. Ruth zog den Vergleich.

Das wussten wir natürlich, weil wir beide gut kennen, aber es ist uns noch nie richtig bewusst geworden.

Yad Vashem, Holocaust-Gedenkstätte — Cafeteria. Diese Soldatinnen der IDF achten in der Cafeteria – mehr oder weniger– auf die Maschinenpistolen, während ihre Kameradinnen an der Theke anstehen.

Sie dachte: ach, noch so ein Museum. Nach dem Besuch im Bunker erstaunte sie vor allem, dass wir als nicht staatliche und nicht geförderte Einrichtung diese Verantwortung übernehmen, also nicht von unserem Kampf gegen Nationalismus und Antisemitismus als Angestellte leben wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Jüdischen Museum oder der Topographie. Auch das ist uns natürlich bewusst, aber noch kein Besucher hatte das so ausgedrückt. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden natürlich bezahlt. Und dann, nachdem sie die Dokumentation gesehen hatte, stellte R.S. fest: Was wir ausstrahlen, sei Tat, Kompetenz, Autorität und eindeutige Positionierung.

Kompetenz und (Sach-) Autorität wollen wir ständig auf zwei Ebenen anheben: An der Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter feilen wir immer weiter. Wer sich entscheidet, im Bunker zu arbeiten, weiß von Anfang an, dass die eigene Qualifizierung in unserem Bereich eine der wesentlichen Anforderungen ist. Die Besucher merken das. Sie befragen die Mitarbeiterinnen täglich zu Inhalten der Dokumentation. Das schafft bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Service Selbstbewusstsein. Besucherorientierung steht unabänderlich im Mittelpunkt unseres Engagements.

Kompetenz und Autorität auf einer anderen Ebene schafft der Berlin Story Verlag. Die intensive Auseinandersetzung mit Fragen zum Nationalsozialismus stärkt unser Wissen, nicht nur durch die Bücher, sondern auch durch die Diskussionen mit den Autoren. Mit dem Hitler-Itinerar, Hitler Tag für Tag von Harald Sandner, gibt der Verlag das umfangreichste Buch zu Hitler überhaupt heraus, eine Art Terminkalender des Diktators. Dieses Werk von 2.432 Seiten erscheint 2019 in Englischer Sprache für den Weltmarkt.

Hitler – Das Itinerar. Hitler Tag für Tag. Aufenthaltsorte und Reisen von 1889 bis 1945. 2.432 Seiten, wie ein Terminkalender des Diktators. Von Harald Sandner, erschienen im Berlin Story Verlag.

Die Verknüpfung zwischen der Dokumentation „Hitler – wie konnte es geschehen“ im Berlin Story Bunker und dem Berlin Story Verlag wird noch enger. Dokumentation und die wissenschaftliche Bearbeitung ist zumindest hier ein Alleinstellungsmerkmal und, wie R.S. aus Israel sagte, sonst nur im USHMM und Yad Vashem so vorhanden.

Eindeutige Positionierung“ war der weitere Kommentar von R.S. Da gibt es für uns keinen Spielraum. Bei Diskussionen in diesem Jahr mit Pädagoginnen und Pädagogen wurden wir darauf hingewiesen, dass unsere Dokumentation dem Besucher nicht die Entscheidung lässt, wie es nach dem „Beutelsbacher Konsens“ der staatlichen Gedenkstätten sein soll. Danach darf nicht emotionalisiert werden und der Besucher soll in die Lage versetzt werden, sich abwägend eine eigene Meinung bilden zu können.

Wir diskutieren aber nicht, ob an den Verbrechen von Hitler und den Nationalsozialisten vielleicht doch etwas Gutes gewesen sein könnte. Der Besucher soll bei uns auch kein Pro und Contra vermittelt bekommen. Unsere Position gegenüber diesen Verbrechen ist so absolut klar, dass wir uns auf solche pseudo-aufklärerischen Diskussionen nicht einlassen. Uns haben diese Diskussionen jedoch geholfen, unseren Standpunkt deutlicher herauszuarbeiten ohne irgendwelche Kompromisse einzugehen.

Wenn es nicht um deutsche (öffentlich-rechtliche) Pädagogen geht, sieht die Stellungnahmen zur Dokumentation „Hitler – wie konnte es geschehen“ ganz anders aus:

„I was very impressed and moved. An extremely effective reminder of how we should combat any form of antisemitism, racism and xenophobia.“

Jeremy Issachachroff (rechts), der Botschafter Israels in Deutschland bei seinem Drei-Stunden-Besuch in der Dokumentation „Hitler – wie konnte es geschehen“ mit Enno Lenze in der Dokumentation Führerbunker. Im Hintergrund die symbolische Rekonstruktion des Raums, in dem Hitler Selbstmord begangen hat.

„Ich war sehr beeindruckt und bewegt. Eine äußerst wirksame Erinnerung daran, wie wir jede Form von Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit bekämpfen können.“

Diese Meinung vertritt der Botschafter Israels in Deutschland, Jeremy Issacharoff – nach einem Drei-Stunden-Besuch gemeinsam mit seiner Frau. Sein Vorgänger als Botschafter, Yakov Hadas-Handelsman, stattete uns damals mit seiner Familie ebenfalls einen Besuch von drei Stunden ab.

Yakov Hadas-Handelsman, der ehemalige Botschafter Israels in Deutschland, mit Enno Lenze im Berlin Story Bunker.

Beeindruckt und bewegt“, das sind die beiden Pole, nämlich die nachdrückliche Darstellung, warum es geschehen konnte, und die emotionale Ebene, was Rassismus und Nationalismus tatsächlich bedeutet: Entwürdigung, Ausgrenzung, Völkermord. Das Grauen des Nationalsozialismus ist unser Thema, wie es dazu kam und warum so viele Deutsche bis zum allerletzten Moment „Führertreue“ gezeigt haben.

Jüdische Besucher sind immer wieder überrascht, wie wir die Geschichte darstellen. Raphi Bloom am 11. Juli 2018:

Raphi Bloom und seine Frau waren erst im Berlin Story Bunker, dann an der East Side Gallery. „Wir haben drei Stunden im Bunker verbracht. Das ist ein Muss für jeden, der Berlin besucht.“

„An unserem zweiten Tag besuchten wir den Berlin Story Bunker. Es ist der einzige noch erhaltene Luftschutzbunker in Berlin, der eine faszinierende und informative Ausstellung über Hitler, seine Kindheit, seine frühen Erwachsenenjahre und seinen Aufstieg an die Macht beherbergt. Es wird gezeigt, wie die Nazis langsam aber sicher ihren Griff zur Macht verstärkten, die aufkommenden Medien zur Mobilisierung der Menschen nutzten und begannen, die „Endlösung“ zu planen. Dann wird der Zweite Weltkrieg, die Siege und Verluste der Nazis und der Holocaust ausführlich beschrieben. Dies war eine der besten Ausstellungen, die ich je besucht habe. Sie lehrte mich viel, was ich nicht über Hitlers Familie, Kindheit, das Scheitern des frühen Erwachsenenlebens und die Nazi-Partei wusste. Die von allen Seiten international beachtete Ausstellung wurde von Wieland Giebel & Enno Lenze gestaltet. Wir haben drei Stunden im Bunker verbracht. Das ist ein Muss für jeden, der Berlin besucht.

 

Monika Herrmann, die Bürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, mit Enno Lenze am Eingang des Berlin Story Bunkers.

Ermutigt hat uns ebenfalls die Besuche der Bürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, Monika Herrmann, „einer der wichtigsten Orte Berlins.“ In ihrem Bezirk Berlins steht der Bunker.

Mehrmals war der Kultursenator Berlins bei uns, in kleinem und in größerem Kreis.

Klaus Lederer, stellvertretender Regierender Bürgermeister und Kultursenator in Berlin, mit Enno Lenze in der Dokumentation „Hitler – wie konnte es geschehen“.

Mit seinem erster Besuch wollte sich Klaus Lederer solidarisch erklären gegen die zahlreichen (Todes-) Drohungen gegen Enno Lenze, hier in Ennos kleiner Hassparade.

Danach widmete er sich der Dokumentation mehrere Stunden – „danke für den unermüdlichen Einsatz gegen rechtes Gedankengut.“

 

Peer Steinbrück, ehemals Ministerpräsident von NRW sowie Bundesfinanzminister mit Enno Lenze im Bunker. Der Besucher mit den bei weitem besten Kenntnissen über den Nationalsozialismus und dessen Verbrechen.

Peer Steinbrück, ehemaliger Bundesfinanzminister, nahm sich mehrere Stunden Zeit, um mit uns Bunker und Dokumentation anzusehen. Er war als ehemaliger Stammkunde der Buchhandlung Berlin Story Unter den Linden (bis Ende 2016) jetzt überrascht, „wie viel Arbeit Sie in den Bunker gesteckt und wie viel Geld Sie in die Hand genommen haben. Der Ort macht demütig. Das ist eine hochinteressante Darstellung der Zeitgeschichte.“

In diesem ersten vollständigen Jahr wurde auch klar, wie sich unsere Besucher zusammensetzen. 95 Prozent sind Individualbesucher, also keine Schulklassen oder Gruppen. Davon sind 70 Prozent zwischen 25 und 35 Jahre alt, der Anteil junger Frauen ist erstaunlich hoch. Sie kommen zu zweit oder in kleinen Gruppen. Sie feiern abends Junggesellinnenabschied und besuchen vorher die Hitler-Dokumentation. Mehr als die Hälfte der Besucher kommt aus anderen Ländern, also bevorzugt aus den Destinationen, die Easyjet, Ryanair und Co. bedienen, aber auch aus außereuropäischen Ländern. Seit Scoot fliegt, haben wir deutlich mehr Besucher aus Malaysia, Singapur und den Philippinen. Es liegt keine wissenschaftlich genaue Statistik vor. Aber durch täglich zahlreiche Gespräche kennen wir unsere Besucher sehr gut und kriegen Veränderungen mit.

Jane kam 21. November 2018 mit Scoot:

 

Es war das beste Museum auf dieser Reise! Es war eine sehr detaillierte Erzählung von Hitler, von seiner Geburt über seine Teilnahme am Ersten Weltkrieg und wie er den Zweiten Weltkrieg führte, von seinen extremistischen Gedanken bis zu seinem Tod. Mit vielen Fotos, Dokumenten und sogar Videoclips und noch nie zuvor gehörten Geschichten/Informationen über ihn. Ich wusste nicht, dass er ein so großer Maler ist und dass seine Ausstrahlung, wenn er sprach, auf seine Liebe zur Oper, zu Richard Wagner, zurückzuführen ist.

Einige noch nie zuvor gezeigte Fotos waren herzzerreißend, wie das mit einer nackten Frau, die ihr nacktes Kleinkind trug, inmitten einer Gruppe von Frauen, die zu einem Massengrab gingen, wo sie vermutlich getötet und begraben wurden. Die ganze Ideologie der Eroberung der Welt, die Holocaust- und Gaskammern als effiziente Methode der Massentötung, ist einfach so – abartig. Warum? Warum Hitler? Wie konnte das geschehen? Dazu kommt noch das unheimliche Gefühl, wenn man sich durch die Räume dieses echten Bunker bewegt.“

Niederländische Soldaten bei der Einweisung durch Wieland Giebel (rot) vor der Berlin Story Bunker.

Mit einer starken Besuchergruppe haben wir nicht gerechnet, mit den Militärs. Für Soldaten und für die Führungsebene sind die Fragen von Bedeutung, wie es damals im Nationalsozialmus war, wie sich Generäle und Soldaten der Wehrmacht verhalten haben, wo die Grenzen des Gehorsams liegen, wo eigene Entscheidungen erforderlich sind. All diese Fragen werden in der Dokumentation angesprochen: Musste ich mitmachen? Was geschah mit denen, die nicht bei der Jagd auf Juden und deren Ermordung mitmachen wollten? Soldaten kamen aus Deutschland, aus anderen NATO-Staaten, die NATO Einsatzplanungsgruppen und besonders viele aus Großbritannien – zusammen mit Antony Beevor, dem bedeutendsten Militärhistoriker. Im kommenden Jahr arbeiten wir an einem mehrtägigen Seminar zur Schlacht um den Anhalter Bahnhof mit – Städtekampf ist weiterhin ein Thema.

 

General a.D. Wolfgang Schneiderhan spricht im Berlin Story Bunker.

General a.D. Wolfgang Schneiderhan bedankt sich, die Dokumentation im Bunker sei tief beeindruckend. Es zeige sich, wie stark die überzeugende Botschaft gegen Rassismus, Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit von einzelnen Menschen und deren Engagement abhänge.

Es hat in diesem Jahr einige Ergänzungen in der Dokumentation gegeben: die Tafeln über den ehemaligen Bürgermeister von Kreuzberg, Dr. Herz, von den Nazis aus dem Amt gejagt; die Tafel über die Verfolgung von Homosexuellen; die Tafel über den Anhalter Bahnhof als Deportations-Bahnhof; und schließlich die im dritten Holocaust-Raum über Ohrdruf, das KZ bei Weimar. Die US-Armee hat dort zuerst die halb verkohlten Körper gesehen, die Skelette, wie auf einem Scheiterhaufen über Eisenbahnschwellen. General Eisenhower steht fassungslos davor. Mit diesem Foto fängt das US Holocaust Memorial Museum in Washington an.

Anderes Thema: Erweitert haben wir den Bereich 1, die Verschwörungstheorien. Dort ist jetzt auch die Reichsflugscheibe zu sehen, vor der Hitler in weißer Kapitänsuniform steht, um mit Blondi auf die Rückseite des Mondes zu entschwinden.

 

Reichsflugscheibe — Hitler und Blondi vor dem Einstieg auf dem Weg ins Weltall.

Der SWR hat das Thema aufgegriffen und – auch mit uns – einen mehrteiligen Radio-Podcast produziert, Akte 88. Darin werden die unsäglichen Verschwörungstheorien auf die Schippe genommen, die weiter herumgeistern und von History Chanel durch eine achtteilige Serie größten Schwachsinns verbreitet werden.

Ganz erheblich haben wir an der Besucherorientierung gearbeitet. Wir sprechen mit den Besuchern und wissen ziemlich genau, wer uns besucht. Hier das Beispiel einer Sonntagsschicht am 24. Juni 2018: Ich frage ein sehr junges Pärchen, woher sie wissen, dass es die Hitler-Dokumentation gibt. „Ähh, wir wollten eigentlich ins Gruselkabinett.“ – „Und wart ihr vier Stunden hier?“ – „Ja, sie muss nämlich jetzt nach Hause …“

Ich will fünf jüngere in Dublin lebende Inder fragen, wie es für sie war, und erhalte die Antwort „We give you a very good review on Google.“

„Wir geben Ihnen eine sehr gute Bewertung bei Google.“

Ein Paar 50+ geht an der Kasse vorbei zum Ausgang. Man kann an ihren Gesichtern nichts ablesen. Ich gehe hinterher und stelle wie immer die offene Frage „Wie war es für Sie?“
„Fantastic. It was unbearable. You can’t smile when you get out. We need to get some air after three hours. At the hotel they wanted to sell us something else. We are happy to have come here.“ Sie kommen aus New York.

„Fantastisch. Es war unerträglich. Man kann nicht lächeln, wenn man rauskommst. Wir brauchen nach drei Stunden etwas Luft. Im Hotel wollten sie uns etwas anderes verkaufen. Wir sind froh, dass wir hierher gekommen sind.“

Dann sehen mich Besucher im Hof vor dem Bunker und fragen: „Sind Sie der Führer?“ Ich denke, sehe ich inzwischen vielleicht so aus?

Um den Besuchern auf der Fläche von 2.500 Quadratmetern mit mehr als 330 inhaltlichen Tafeln auf drei Stockwerken des Bunkers Orientierung zu geben, bieten wir für 1,50 Euro einen Audioguide in DE, EN, ES, IT, und FR an. Er hilft den Besuchern, den Überblick zu bewahren, er beschleunigt etwas und – vor allem – er erschließt eine zusätzliche Ebene im Sinne politischer Bildung, nämlich die Erzählung des Kurators, immer wieder angereichert durch sehr persönliche Eindrücke und Bemerkungen, die helfen, sich mit dem Projekt zu identifizieren. Politische Bildung – das erkennen die Landeszentrale für politische Bildung und die Bundeszentrale für politische Bildung an. Sie nahmen uns in diesem Jahr auf ihre Empfehlungslisten im Internet auf.

Das Berlin Story Museum, mit dem vor vielen Jahren alles anfing, gewinnt stärker an Bedeutung, seitdem die „Story of Berlin“ am Kudamm Ende 2018 geschlossen wurde. Wenn bald auch das Märkische Museum für drei Jahre wegen Umbaus schließt, wird es das einzige Museum zu Geschichte Berlins sein. Schon heute ist es so, dass ausschließlich in diesem Museum die Geschichte Berlins chronologisch vom allerersten Anfang bis heute darstellt wird. „Freiheitsliebe – Tatkraft und Leidenschaft – Hier hat jede seine Chance“ sind die Leitmotive.

„Hier hat jeder seine Chance“, das war auch unser erster Gedanke, als im Juni 80 Besucher vom Finanzamt vor der Tür standen.

Das Finanzamt — alle bei uns, nur ein Notdienst im Amt. Wir haben uns friedlich verhalten, obwohl wir in Kreuzberg sind. Damals, beim Berliner Unwillen 1448, warfen die Berliner die Finanzbeamten an der damaligen Schloßbaustelle in die Spree. Das ist zu sehen in der ersten Szene des Berlin Story Museums.

Mit Tatkraft und Leidenschaft führten wir sie durch den Bunker und konnten am Ende feststellen, dass sie unsere Freiheitsliebe respektieren.

 

Und weil dieser Jahresrückblick nach Weihnachten erscheint, stellt sich die Frage: Kommt Weihnachten denn überhaupt jemand in den Bunker? Ist Hitler für die Menschen auch zu Weihnachten ein Thema? Am Heiligen Abend dieses Jahres war die Dokumentation während der gesamten Öffnungszeit von 10 Uhr morgens (Schlange vor der Bunkertür) bis 19 Uhr abends voller interessierter Besucher – hier sind die Fotos.


Das ging so weiter bis zu Silvester 2018 — hier sind die Fotos.