Ja zur Buchpreisbindung

Im Börsenblatt ist gerade zu lesen, dass sich die CDU/CSU für die Buchpreisbindung ausspricht. Ich auch! Denn nur so können wir die einzigartige Vielfalt von kleinen Verlagen in Deutschland erhalten.

Warum die Buchpreisbindung ihren Sinn hat, ist schnell erklärt: Ich kenne die 7% Steuern, ich kenne die Rabattstaffeln im Buchhandel und bei den Barsortimenten und ich kenne die zu zahlenden Gehälter, Honorare und Druckkosten. Indem ich einen festen Preis beim Endkunden bestimme, kann ich vorrauschauend kalkulieren. Das ist für kleine Verlage überlebenswichtig, denn bei einer Auflage von 1.000 Büchern darf es keine großen Überraschungen geben.

Gäbe es die Buchpreisbindung nicht, könnte eine böse große Kette mir einen ganz schlechten Deal nach dem anderen anbieten, um das Buch günstiger zu verkaufen. Sagen wir, das Buch hat heute einen festgelegten Preis von 19.80€ und bei dem Kunden einen Rabatt von 40%, dann könnte er mir in Zukunft etwas anderes anbieten: Nur 20% Rabatt – was zunächst gut klingt – dafür aber 9.80€ Verkaufspreis. Wenn die Kette groß ist und der Verlag klein, wird man kaum nein sagen können, vor allem, wenn man nirgends bessere Angebote mehr bekommt. Entweder macht man also mit und verdient nichts oder man macht nicht mit und verdient nichts. Indem sie einer solchen Entwicklung vorgreift, hilft die Buchpreisbindung also kleinen Verlagen, zu überleben. Dass sie ihre Nachteile hat, möchte ich nicht in Abrede stellen, aber die Vorteile überwiegen deutlich.

Ich höre auch oft das Argument, dass Verlage durch die Buchpreisbindung gar nicht wissen, wie man marktwirtschaftlich agiert. Das finde ich auch etwas weit her geholt. Es gibt in Berlin über hundert Verlage. Und es gibt Kunden, die sicher nicht jeden Preis akzeptieren. Wir müssen unsere Preise also genau so am Markt messen, wie alle anderen Unternehmen auch. Die Buchpreisbindung ist also kein marktwirtschaftliches Mittel, sondern ein kulturpolitisches. Man wollte Deutschland als Land der Dichter und Denker erhalten. Dies hätte man über Subventionen machen können, was sicher niemand möchte, oder eben über die Buchpreisbindung. Und dieses Modell hat bisher gut funktioniert.

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  1. […] Verleger spreche ich oft mit Leuten über Lizenzrechte, Buchpreisbindung und ähnliches. Ich stehe weiterhin hinter der Buchpreisbindung – gerade weil ich bei Bekannten gesehen habe, welche Probleme Sie mit dem Vertireb ihrer […]

  2. […] oder privaten Blogs. Rund 30% schickt uns Google. Besonders oft suchen Leute nach Informationen über die Buchpreisbindung oder wollen wissen, was ein eBook in der Produktion kostet. Gerade diese beliebten Blogbeiträge […]

  3. […] Sache. Verlage sind Wirtschaftsunternehmen, haben einen kulturpolitischen Auftrag und sind mit der Buchpreisbindung gesegnet und gebeutelt zu […]

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