Itinerar – Kommentare zum Beitrag in der WELT

Hitler Itinerar_Cover-mit-CD_462Es sagt schon etwas über die Historik aus, dass so ein Werk nicht schon längst erstellt wurde und von Seiten der professionellen Historiker ja auch immer noch nicht (und jetzt können sie es auch sein lassen) ist, sich stattdessen lieber auf Interpretationen (die oft genug nichts mehr mit wissenschaftlichen Schlussfolgerungen zu tun haben, sondern eher reine Mutmaßungen sind) beschränken und die Arbeit einem engagierten Menschen in seiner Privatzeit überlassen.

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Naja, das war schon eine gigantische Aufgabe, und, wie im Artikel erwähnt, haben wohl die großen Verlage kein Interesse an der Veröffentlichung gezeigt, obwohl Sandner die Daten nach seiner 20-jährigen Recherche vorhalten konnte. Womöglich liegt hier ein typischer Fall vom Dünkel der Wissenschaften vor, dass man einem fachfremden Informatiker nicht zugestehen wollte, der Geschichtswissenschaft nennenswertes zutragen zu können.

Obwohl ich die Arbeit des IfZ hoch schätze, ebenso wie die Veröffentlichung von Herrn Prof. Longerich, muss man sich tatsächlich fragen, warum es einem Einzelkämpfer überlassen war, dieses Itinerar zusammen zu tragen.

Da der potentielle Kreis der Käufer eng umgrenzt sein wird, ist es dem Berlin Story Verlag hoch anzurechnen, dass er die Veröffentlichung auf eigenes finanzielles Risiko letztendlich ermöglicht hat.

Besten Dank dafür.

Alleine schon der Screenshot aus dem Buch hat mich aufmerksam gemacht. Womöglich muss man die gängige Meinung über den „Bohemien“ Hitler überdenken, wenn man nun quasi auf seinen Terminkalender zugreifen kann. Eine Verbindung dieser kalendarischen Daten mit den vorhandenen Reden und anderen Niederlegungen aus dieser Zeit bietet sich förmlich an.

Im empfinde es als absolut wohltuend, dass nun durch Sandner neues Quellenmaterial in die Geschichtsforschung über das 3. Reich eingetragen wird. Viele der bisher veröffentliche Werke über Hitler und seine Zeit werden vor dem Hintergrund dieser Veröffentlichung neu bewertet werden müssen.
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Mein Reden – ich will die Leistung (nicht nur Arbeit!) die in diesem Werk steckt nicht schmälern. Ganz im Gegenteil, das dies von jemandem gemacht wurde, der mit dem Metier nicht sein tägliches Brot verdient erfordert hohe Anerkennung. Gleiches gilt für den Verlag.