Hohenschönhausen – neue Ausstellung 5

2013_10_04_Hohenschönhausen_Horst_Jänichen
Horst Jänichen war Insasse des Speziallagers Hohenschönhausen, also des Lagers der sowjetischen Besatzungsmacht direkt nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Er kam im April 1946 im Alter von 15 Jahren in das Speziallager, weil er wie viele andere verdächtigt wurde, etwas mit den Nazis zu tun gehabt zu haben. Im Juli 1948 wurde er entlassen.

Im Dezember 1950 wurde er im Alter von 17 Jahren wieder verhaftet, weil er SPD-Flugblätter verteilt hatte – acht Jahre Zuchthaus.

1967 bis 1971 war er SPD-Abgeordneter im Abgeordnetenhaus von Berlin (West) und trat später aus der Partei aus, als die SPD eine Koalition mit der PDS/Linken einging, der SED-Nachfolgepartei.

Mehr über Horst Jänichen auf der Internetseite der Gedenkstätte Hohenschönhausen … und sehr viel mehr in Wikipedia zu finden.

Von den 120.000 Menschen, so Jänichen, in sowjetischen Speziallagern in Ostdeutschland starben nach sowjetischen Angaben 42.000 – an Hunger und Hungerfolgekrankheiten, an Typhus, TBC. Nach russischen Angaben kamen in Hohenschönhausen 900 Menschen um. Nach dem Fall der Mauer wurde ein Massengrab mit 259 Toten gefunden.

Jänichen: „Die jungen Besucher kommen lachend und fröhlich. Sie gehen bedrückt. Ich ermutige sie, Zivilcourage zu zeigen. Dafür zu sorgen, dass so etwas bei uns nicht mehr passiert.“

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