Hitler-Itinerar, 60 Seiten Werbebroschüre angekommen

Autor: Wieland Giebel | Datum: 18. April 2016 | Kategorie: Berlin Story

Itinerar Cover_704Wie kann man sich das eigentlich genau vorstellen?

 

Heute kamen die 60-Seiten-Broschüren an, die erklären, wie die 2.432 Seiten funktionieren, was der Leser da zu erwarten hat.

 

Die Broschüren sind kostenfrei in der Buchhandlung Berlin Story Unter den Linden 40 erhältlich.

 

In diesem Booklet wird auch erklärt, wie es zu diesem Buch kam. Und zwar so:

 

Als 2003 im Berlin Story Verlag das Buch „Mythos Führerbunker“ von Sven Felix Kellerhoff erschien, meldete sich ein Leser aus Coburg mit einer Seite voller Anmerkungen und Empfehlungen – Harald Sandner, der Autor dieses Itinerars.

 

Deswegen waren wir eigentlich nicht überrascht, als Harald Sandner zwölf Jahre später, im Sommer 2015, auf uns zukam und über sein Mammutprojekt reden wollte. Dass ein Geschichtsforscher sich so lange in ein Thema verbeißt, war uns nicht fremd. Gerd Zuchold hat zehn Jahre an „Berlin 1704“ gearbeitet. Dieter Hoffmann-Axthelm forschte ähnlich lang am Buch über die Köpenicker Straße, „Preußen am Schlesischen Tor“.

 

Worauf kommt es bei so einer Zusammenarbeit entscheidend an? Der Schlüssel ist tiefes Vertrauen.

Der Autor, Harald Sandner, muss sich sicher sein, dass mit seiner Arbeit, seinem Lebenswerk, kein Schindluder getrieben wird, dass der Rahmen stimmt, dass die Vermarktungsaussichten angemessen sind.

 

Mehr als 18 Jahre Berlin Story einschließlich dem Geschichtsfestival Historiale und dem Berlin Story Museum sowie dem Bunker sind eine gute Basis zur Beurteilung. Aber eigentlich geht es immer und auch hier um den guten, sehr guten menschlichen Kontakt. Bei diesem heiklen Thema mit Hitler kommt noch hinzu, dass die Ausrichtung übereinstimmen muss.

 

Im Berlin Story Museum im Bunker wird jede Gruppe, jeder Schulklasse in den Raum „Berlin 1945“ geführt. Germania, der Größenwahnsinn auf der einen Seite und gegenüber das zerstörte Berlin, das Ergebnis des Nationalsozialmus. 60 bis 70 Millionen Tote. Immer noch der blutigste Krieg der Weltgeschichte, der von Berlin ausging und in Berlin endete. Mit Harald Sandner haben wir das gleiche Weltbild, das wir vermitteln: nie wieder Nazis.

 

Der Verlag muss Vertrauen in das Werk haben. Wir sprachen deswegen im Vorfeld der Veröffentlichung mit zahlreichen Historikern und legten ihnen das gesamte Werk oder Teile davon vor. Das Itinerar muss im Kern unangreifbar sein.

 

Norman Bösch, der Verlagsleiter, hat mit seinem Team mehr als ein halbes Jahr kaum etwas anderes gemacht, als diese 2500 Seiten mit fast ebenso vielen Bildern zum Buch zu machen. Seine Zusammenarbeit mit Harald Sandner war die intensivste von allen. Ein Glück, dass via Internet und Smartphones Erreichbarkeit jederzeit gegeben ist …

 

Journalisten fragten schon im Vorfeld, was der Verlag mit dem ganzen Geld macht, das er mit Hitler verdient. Andere, Professoren, sorgenfrei ihr Leben lang vom Staat bezahlt, zeigten da größere Nähe zur Lebenswirklichkeit. Sie fragten, wie ein kleiner Verlag das eigentlich finanziert. Der Berlin Story Verlag will das Hitler-Itinerar herausbringen. Das muss einfach laufen. Es ist das wichtigste Buch des Verlags.