Hitler geschrumpft — Visit Berlin vs Berlin Story Bunker

Im Checkpoint schreibt Anke Myrrhe heute über die Fortsetzung der Geschichte zwischen Visit Berlin und dem Berlin Story Bunker. Es geht um eine Anzeige auf einem Stadtplan, die sich da irgendwie draufgemogelt haben muss, denn vor Druck hat sie offenbar Keine oder Keiner wahrgenommen. Die Zahlung dafür wurde aber angenommen :)

Jetzt sollen 200.000 Stadtpläne entsorgt werden. Den ganzen Hintergrund von „Die Geschichte entsorgen – Werbung einstampfen“ finden Sie hier …

So sieht der inkriminierte Stadtplan aus:

 

„Alles wieder im Bunker. Enno Lenze, Betreiber des Berlin Story Museums am Anhalter Bahnhof, und Visit-Berlin-Chef Burkhard Kieker haben sich wieder vertragen. Der Streit um einen zu großen Werbeschriftzug für Lenzes Hitler-Ausstellung (CP vom 25.9.) auf Kiekers Stadtplänen ist ausgeräumt. Beschwerden habe es nicht gegeben, es sei eine interne Abwägung gewesen, sagte ein Sprecher gestern dem Checkpoint. „Wir haben überlegt, welche Wirkung die Anzeige haben könnte und fanden, dass in der Anzeige das Wort ‚Hitler‘ zu prominent zu sehen war. Deswegen haben wir vermutet, es könnte missverstanden werden.“ Man hat sich nun darauf geeinigt, dass das Wort „Hitler“ in kleinerer Schriftgröße abgedruckt wird. Die 200.000 gedruckten Stadtpläne mit der Anzeige wurden nicht verteilt. Lenze möchte die Pläne haben und verschenken. Dazu ist er mit Visit Berlin noch im Gespräch. „Es wäre ja unsinnig die Stadtpläne in den Müll zu schmeißen.“

Vergleicht man diese Aussage mit der vorigen, dass die Pläne seit vielen Wochen verteilt wurden, dass sich Endkunden und Kollegen beschwert haben, bleibt davon nichts. Gar nichts. Man könnte sagen, das war an der Wahrheit haarscharf vorbei. Der Plan wurde noch gar nicht verteilt, was nichts mit dieser Anzeige zu tun hat. Endkunden können sich also nicht beschwert haben. Und Kollegen hätten sich nicht beschwert, teilte ein Sprecher von Visit Berlin gestern dem Tagesspiegel mit – siehe oben.

Es hat sich bei uns noch nie jemand über diese Werbung beschwert. Die Besucher kommen ja gerade, weil sie wissen wollen, wie es geschehen konnte. Hitler ist die bekannteste deutsche Persönlichkeit weltweit, ob uns das passt oder nicht. Leute finden vielleicht Deutschland nicht auf dem Globus oder einer Weltkarte, aber sie wissen, wer Hitler ist. Sie wissen, welche Verbrechen von Deutschland unter seiner Führung ausgegangen sind – und können es nicht verstehen, nicht in Beziehung setzen zu dem Deutschland und dem Berlin, das sie kennen. Die Änderung der Anzeige beruht also nicht auf tatsächlichen Beschwerden, sondern auf einer Spekulation „welche Wirkung die Anzeige haben könnte.“

Um was geht es eigentlich?

So sah die Anzeige ursprünglich aus:

Und so könnte sie demnächst mit geschrumpften Hitler aussehen: