Hitler – beinahe wäre er uns erspart geblieben, findet Thomas Weber heraus

Hätte, hätte – Fahrradkette.
Hätte die Kunstakademie in Wien Hitler aufgenommen, statt ihn zwei mal abzulehnen, wäre die Geschichte wahrscheinlich anders verlaufen, Hitler wäre Maler geworden.
Hätte die Deutschsozialistische Partei Adolf Hitler aufgenommen, hätte er sich nicht an die Spitze der schwächer geführten DAP setzen können.

„Im Herbst 1919 wollte ein österreichischer Kriegsfreiwillige namens Adolf Hitler der Deutschsozialistischen Partei beitreten. Warum das nicht klappte, hat jetzt ein Historiker in einer entlegenen Quelle entdeckt, Thomas Weber von der Universität Aberdeen“, so berichtet die WELT. Die im Mai 1919 gegründete DSP wollte Hitler aber nicht. Bald darauf, im September 1919, trat Hitler der deutschen Abeiterpartei DAP bei, wurde nach drei Monaten deren starker Mann, benannte sie in NSDAP um, schuf das Hakenkreuz … und wie es weiter ging, wissen wir – und wir zeigen es in der Dokumentation „Hitler – wie konnte es geschehen“ im Berlin Story Bunker. Der Bereich der Dokumentation, wie Hitler zum Nazi wurde, orientiert sich eng am gleichnamigen Buch von Thomas Weber „Wie Adolf Hitler zum Nazi wurde.

 

In der zuerst erschienenen deutschen Ausgabe ist diese Quelle aber noch nicht drin, erst in der soeben erschienenen englischsprachigen „Becoming Hitler: The Making of a Nazi“ von Thomas Weber.“

Johann Althaus berichtet darüber in WELT-Geschichte.

„Die DSP jedoch war nach ihrer Gründung im Mai 1919 in München wenigstens etwas professioneller geführt als die DAP. Mit Georg Grassinger sowie den beiden Zeitungsredakteuren Hans Georg Müller und Max Sesselmann hatte sie beruflich durchaus erfolgreiche führende Mitglieder. Sie hätten sich vermutlich nicht so leicht von Hitler vorführen lassen wie Harrer und Drexler.

Vor allem aber kam Hitler dem bislang übersehenen Zeugnis Grassingers zufolge als Bittsteller auf die DSP zu. Sein tatsächlich erfolgter Beitritt in die DAP erfolgte jedoch genau umgekehrt: Drexler bat ihn, Mitglied zu werden. Aus einer solchen Position war es natürlich einfacher, Einfluss zu gewinnen.

Selbstverständlich kann Weber nicht ausschließen, dass Hitler auch als DSP-Mitglied durch sein auf Zeitgenossen äußerst wirksames rhetorisches Talent aufgestiegen wäre. Doch ganz so problemlos und schnell wäre es vielleicht nicht gegangen.“