Historiale zu 150 Jahre Eingemeindung Moabit – Wedding – Gesundbrunnen

Am Sonnabend, dem 4. Juni 2011 ab 14 Uhr wird die Historiale die Auftaktveranstaltung zur großen und sich über mehrere Monate erstreckenden Feier zur Eingemeindung von Moabit – Wedding – Gesundbrunnen im Auftrag des Bezirksamts Mitte gestalten.

Das Programm zur Stadterweiterung 1861 …

Die Veranstaltung findet am Nachmittag auf einer Bühne und darum herum in der Arminius-Zunft-Markthalle statt.
Den Besuchern wird die Zeit um 1861 und danach lebendig gemacht. Kern der Veranstaltung sind Interviews mit historischen Persönlichkeiten, die im Kostüm der damaligen Zeit erscheinen und von einem Journalisten aus unserer Zeit befragt werden. Bolle (1861 war er 29 Jahre alt), Albert Borsig (32), Emil Rathenau (23), Rudolf Virchow (40).

Carl Andreas Julius Bolle berichtet, wie er zur Milch kam, von der Milchbar über die Milchmädchen zum Pferdegespann … Welche gesellschaftlichen Auswirkungen das hatte, was seine Mitarbeiter verdienten und wie lange sie arbeiteten.

August Julius Albert Borsig berichtet, wie sein Vater die Lokomotivfabrik gründete, warum er 1870 das Moabiter Walzwerk nach Schlesien verlagerte, wie die Arbeitsbedingungen waren.

In solchen Interviews kommt es nicht zu Bezügen zu heute. Wir bleiben historisch. Wir möchten nicht den Zuschauern alles vordenken, für sie Schlüsse ziehen. Die historischen Interviews bieten aber den Politikern von heute die Möglichkeit, darauf Bezug zu nehmen. Wir achten darauf, die Fragen so zu stellen, dass sie heute interessant sind, dass sie für die heutigen Bewohner Moabits von Interesse sind.

Neben den vier Persönlichkeiten werden Heinrich Zille und Simon Joel Arnheim auftreten. Zille agiert im Publikum. Er stellt sich selbst auf der Bühne vor und zeigt, was er in Moabit gesehen und gezeichnet hat.
Arnheim ist der erste deutsche Fabrikant von Tresoren. Er bringt einen echten, historischen Tresor mit und erklärt (auch für Kinder interessant), wie ein Tresor funktioniert. Er kann aus seinem Leben berichten und warum Tresore damals an Bedeutung gewannen.

Den volkstümlichen Rahmen bilden zehn Darsteller von Zillefiguren. Sie treten quasi aus den Zeichnungen heraus. Die Darsteller greifen auf ihre Erfahrungen bei mehreren Historialen zurück, bei denen sie jeweils im Publikum agierten.

Nante kommentiert das Geschehen und berichtet.

Mathias Hopke bringt eine damals noch übliche Spieldose mit entsprechenden (gestanzten) Blechplatten zum Einsatz, da zwischen 1861 und der Erfindung der Schallplatte mindestens noch 14-15 Jahre vergingen!
„Spieldosen“ waren erst nach der Uhrwerk-Erfindung ab Ende des 18. Jahrhunderts möglich. Mit dem Blechplatten-Repertoire kann Hopke zwei Stunden zeitgemäß, also authentisch!, bedienen.
Ergänzen könnte er als DJ GRAMMOPHON dann wirklich vom (Koffer-)Grammophon mit weiteren – weniger authentischen, weil „jüngeren“ (d.h.: späteren) Aufnahmen von Berlin-typischen Schellackplatten aus den vielen Jahrzehnten nach 1895.