Hinter den Türen warten die Gespenster — Florian Huber, Buchvorstellung

Florian Huber (rechts) stellt im Gespräch mit Sven Felix Kellerhoff im Literaturforum im Brecht-Haus in der Chausseestraße sein neues, fesselndes Buch vor „Hinter den Türen warten die Gespenster“. Florian Huber ist Filmemacher und Buchautor.

Die Gespenster, das sind die Familienväter, die aus dem Zweiten Weltkrieg zurückkommen und auf einmal vor der Tür stehen. 1945 waren elf Millionen deutscher Männer in Kriegsgefangenschaft. Bis 1955 kamen die Züge mit Heimkehrern aus der Sowjetunion.

Darüber wurde nicht geredet, nicht in den Familien, nicht in der Öffentlichkeit. Die Devise – gestickt an der Wand hängend -lautete: “ Lerne schweigen ohne zu platzen“

 

Onkel Rolf war vier Jahre vor Stalingrad – in der Schreibstube. Vier Jahre Schreibstube? Ein Nährboden für Familiengeheimnisse.

 

 

Es war so gut mit Kindern und der Mutter – dann kam der Mann zurück, führte ein neues Familienregime ein. Die Frauen versuchen, Kindern und dem Mann gerecht zu werden. Allerdings: mehr als zwei Millionen Kinder wachsen ohne Vater auf, weil er gefallen ist, ein Viertel aller Kinder nach dem Krieg. Die Kinder wollen die Regeln der Väter nicht. Der Vater ist nicht der, den man sich wünscht.

 

Als der Vater tot war, wurde nicht mehr über ihn gesprochen.

 

„Hinter den Türen warten die Gespenster“

 

Viele Fragen und Beiträge kommen aus dem Publikum – und wieder die Klage, dass sich die jungen Leute nicht dafür interessieren.