HERSCHEL – „Führer“ schickt Leibarzt nach Paris

Autor: Wieland Giebel | Datum: 21. Juni 2013 | Kategorie: Berlin Story

HerschelEin schwer zu entzifferndes Dokument vom 7. November 1938 (rechts oben).

Citissime ! doppelt rot unterstrichen, also extrem eilig. Während „Sofort Dienstag Früh“ über den beiden  roten Strichen links durchgestrichen ist.

Das Telegramm geht an „Germadiplo Paris„, die diplomatische Vertretung in Paris. Hier sieht man den handschriftlichen Entwurf des Telegramms.

Was geschah an diesem Tag in Paris? Der 17jährige Jude Herschel Grynszpan schoss in der deutschen Botschaft in Paris den Botschaftsangehörigen Ernst von Rath an.

„Auf Anordnung Führers …“ fängt das Telegramm an, wird sein Leibarzt Dr. Karl Brand in einer Sondermaschine nach Paris geflogen, um sich den Botschaftsangehörigen anzusehen.

Der „Führer“ reagiert blitzschnell, er hat es eilig, er weiß, was er jetzt braucht.

Das Buch HERSCHEL von Armin Fuhrer ist fertig gesetzt und wird jetzt mit Fotos und Dokumenten wie diesem versehen. Es erscheint im September.

Das Berliner Themenjahr „Zerstörte Vielfalt“ begann mit der Erinnerung an die Machtergreifung der Nationalsozialisten – dazu gab der Berlin Story Verlag vier Bücher und einen Jahreskalender heraus – und endet mit dem Gedenken an das Pogrom im November, dem Beginn des Holocoust – dazu erscheint dieses Buch.