Hans Mommsen – sein Lebenswerk drückt sich in der Frage aus: Wie konnte es geschehen?

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Prof. Dr. Hans Mommsen (83) und Dr. Götz Aly sprachen im Veranstaltungssaal der Topographie des Terrors über Mommsens Lebenswerk und sein neues Buch „Das NS-Regime und die Auslöschung des Judentums in Europa“.

Mommsen sagt, er beschäftigte sich seit fünf Jahrzehnten mit der Frage „Wie konnte es geschehen?
Warum gab es in der Deutschen Bevölkerung und im Apparat keinen Widerstand in ausreichendem Maße? Wie konnte es zu der kumulativen Radikalisierung kommen? Es sei eine einfache Wahrheit, dass viele Leute wissen konnten, wenn sie etwas wissen wollten.“

Es sei nicht zu erklären, warum nicht mehr Menschen mehr wissen wollten. Die Verdrängung war groß, die Bequemlichkeit – auch der Einfluss der Propaganda.

Wie konnte es geschehen, dass ein zivilisiertes Volk in so kurzer Zeit abglitt?

Man erklärt und erklärt, fasst Götz Aly das Buch von Mommsen zusammen, und am Ende kann man es doch nicht richtig erklären. Oder in den Worten von Hans Mommsen: „Es gibt keine endgültige Einordnung des Nationalsozialismus.“

Sven Felix Kellerhoff beschreibt auf der Geschichtsseite der WELT das Buch von Mommsen ausführlich:

„… Das zentrale Ergebnis seiner Forschung ist, dass der Holocaust Folge einer „kumulativen Radikalisierung“ war. Keineswegs Hitler löste mit einem einzigen oder einigen wenigen Befehlen den Massenmord aus; deshalb konnte, wer nach solchen Papieren suchte, nicht fündig werden …“

„Nachgeordnete Dienstellen begannen den Holocaust“ – Sven Felix Kellerhoff in der WELT über das Buch von Hans Mommsen „Das NS-Regime und die Auslöschung des Judentums in Europa“.

Zur Veranstaltung im Saal der Topographie des Terrors waren die Historiker Berlins zusammengekommen wie Julius H. Schoeps und  Michael Wildt.

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