„Goebbels wollte uns noch mit dem Verdienstkreuz auszeichnen — dann war er tot“

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Johanna Ruf war 15 Jahre alt, als sie im Führerbunker (im Vorbunker) half, Verwundete zu pflegen. Heute ist sie 87 Jahre alt.

 

Damals, so erzählte sie bei der Eröffnung der Dokumentation Führerbunker, hatte Goebbels gesagt, die Hilfe der BDM-Mädchen im Bunker-Lazarett sei so hervorragend, dass er – Der Endsieg stünde vor der Tür – sie mit dem Verdienstkreuz auszeichnen werde. Daraus wurde nichts. Am gleichen Tag brachte Goebbels sich um.

 

Bis heute tut es Johanna Ruf leid, dass sie Helmut Goebbels (10) eine Backpfiffe verpasst habe. Der sei immer so überdreht und frech gewesen. Er 10 Jahre und sie 15 Jahre – das kann man sich vorstellen.

 

Wir haben uns keine Sorgen gemacht. Man lebte von einem Tag zum anderen, von einem Augenblick zum anderen. Es war schon klar, dass alles vorbei war.

 

Als Hitler tot war? Da haben uns die Männer erzählt, wie sie ihn mit Benzin übergossen und angesteckt haben. Das durften sie nicht, aber es musste aus ihnen raus.

 

Und danach? das ging sehr schnell. Ein russischer Major sagte, wir können nach Hause gehen, aber er kann für nichts garantieren. Wir sind dann geblieben und er hat eine Wache vor das Schwesternzimmer gestellt, damit niemand uns etwas tut.

 

 

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  1. […] Ruf kam mit Georg Berger vom rbb zur Eröffnung der Dokumentation Führerbunker.  Zur Zeit, als sie im Anhalter Bunker und nachher im Führerbunker war, sah sie so […]

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