Größe und Scheitern der Opposition gegen Hitler — Bernhard Schulz bespricht das Buch von Wolfgang Benz

Auszug einer Tafel über den Widerstand in der Dokumentation „Hitler – wie konnte es geschehen“  im Berlin Story Bunker.

Der Hitler-Attentäter Georg Elser wird in der Dokumentation „Hitler – wie konnte es geschehen“ im Berlin Story Bunker ausführlich gewürdigt – wie jetzt im Buch von Wolfgang Benz über den Widerstand gegen Hitler, das Bernhard Schulz im Tagesspiegel ausführlich bespricht.

Benz: „Die Geschichte des Widerstands gegen den Nationalsozialismus ist deshalb weithin ein Bericht über die Einsamkeit Einzelner, über Anpassung und jubelnden Gleichschritt der Mehrheit, über Verzagtheit und versäumte Gelegenheiten.“  Und nun folgt die begründung, warum in der Dokumentation im Bunker der Widerstand keinen prominenten Platz einnimmt:

„Um den verschiedenen Formen von Opposition gerecht zu werden, muss man Widerstand im eigentlichen Sinn nicht nur als Haltung definieren, sondern als daraus erwachsendes Handeln, das auf grundsätzlicher Ablehnung des Nationalsozialismus beruhte“ und „darauf abzielte, das Ende des Regimes herbeizuführen oder dazu beizutragen.“

Bernhard Schulz verweist auf einen Aufsatz von Ian Kershaw aus dem Jahr 1984 [!] „Widerstand ohne Volk“, in dem er darauf hinweist, dass es namenlose Einzelpersonen waren, die etwas wagten, aber die Popularität des Regimes noch nach dem 20. Juli 1944 hoch war. Nach dem Sieg über Frankreich, so heißt es in der Hitler-Dokumentation im Bunker, standen 85 bis 90 Prozent der deutschen Bevölkerung hinter Hitler.

„Die frühe Opposition der Arbeiterbewegung war schon zerrieben, als angehörige bürgerlicher Eliten über widerständige Haltungen zum Regime nachzudenken begannen … Unter dem umfassenden Herrschaftsapparat des NS-Staates wäre wirksamer Widerstand beinahe nur eben dort, im Zentrum der Macht, möglich gewesen… “ Auch dies ist wieder eine Bestätigung der Position, die wir in „Hitler – wie konnte es geschehen“ vertreten.

Lesen Sie den vollständigen Beitrag von Bernhard Schulz über das neue Buch von Wolfgang Benz im Tagesspiegel …