Gedenkstätte Hohenschönhausen & Stasi Museum Teil 2

Am Sonntag stand ich dann auf dem Gelände der ehemaligen Zentrale der Staatssicherheit der DDR.

Blick auf einen Teil der Gesamtanlage der Stasizentrale

Blick auf einen Teil der Gesamtanlage der Stasizentrale

Man kann weder richtig beschreiben noch mit Fotos die Größe dieses bürokratischen Komplexes erfassen.

Das Museum selbst befindet sich im ehemaligen Hauptgebäude.

Man betritt das Gebäude und stößt direkt auf ein Diorama der Anlage und einen der Verhörwagen.

Die eigentliche Ausstellung erstreckt sich dann über drei Stockwerke, die jeweils unterschiedliche Aspekte des  Sicherheitsapparats beleuchten. Im ersten Stock sind das Selbstbild der DDR, die Erziehungsideale und die Grundlagen der Ideologie anhand von Schaukästen, Texten und Tondokumenten im rechten Korridor den Lebensläufen ausgewählter Opfer des Regimes, der Verknüpfung von MfS und KGB und dem Wirken der IMs im linken Korridor gegenübergestellt. Im Stockwerk darüber folgen die weitgehend original erhaltenen Räume der Macht: Erich Mielkes Büro, die Konferenzräume, das Casino.

Zwei Dinge gehen mir seither nicht aus dem Kopf:

Ein Schaukasten mit einem Berg von Stempeln, von denen jeder einen Akt in den unzähligen Dramen symbolisiert, und der miefige Geruch, der ungewollt das spießige Ambiente dieser in Holzfurnier gehaltenen Machtzentrale unterstreicht.

Stasi Museum - Hauptgebäude

Stasi Museum – Hauptgebäude

Im dritten OG befindet sich eine Ausstellung über den Terror der Sowjetunion in Litauen zu Beginn des Zweiten Weltkriegs und Dokumente zum Mauerbau, zum Prager Frühling, der Wendezeit und subkulturellen Strömungen in der DDR. Besonders sticht jedoch die Traditionsstätte heraus, einem nicht für die Öffentlichkeit gedachten Ort der Selbstbeweihräucherung, der die Erfolge und die Entwicklung des MfS für die Generäle ideologisch korrekt darstellen sollte.

Zum Schluss kann man sich in einem großen Raum, der einerMittagskantine gleicht, den Film „Die Firma“ anschauen – eine sehr informative Dokumentation über das Foltersystem des MfS. Womit sich der Kreis zur

Gedenkstätte Hohenschönhausen wieder schließt.

Nach diesem Besuch fühle ich mich müde und schlapp. Ich habe einen sehr eindringlichen Eindruck gewonnen, wie drückend das Leben unter der Herrschaft des MfS gewesen sein muss.

Mein Fazit:

Die Bürokratie des Terrors

Die Bürokratie des Terrors

Man sollte sich viel Zeit nehmen und Pausen gönnen, um nicht von der Komplexität der Materie erschlagen zu werden. Wer über Vorkenntnisse verfügt, hat es natürlich wie immer leichter.

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