Gab es eine US-Atombombe für Berlin?

Was wäre passiert, wenn der Zweite Weltkrieg nicht am 8. Mai 1945 zuende gewesen wäre? Es gibt viele Filme, Bücher und Texte, die das Thema militärisch, als dystopische Endzeitphantasie oder aus Sicht der Nazis als Sieger zeigen. Aber was hätten die USA mit ihrer ersten Atombombe gemacht? Hitler und Nazi-Deutschland waren Zweifels ohne das erste Ziel vor dem Tenno und seinem Japan. Zunächst würde man ja denken, dass Berlin dann das Ziel der Wahl gewesen wäre. Aber warum eigentlich? Auf Tokio gab es ja auch keine Atombombe. Und die Bombe wurde in erster Linie aus militärischem Interesse geworfen – der „Marketing“- Nutze um seine Überlegenheit zu zeigen, stand an zweiter Stelle. Somit ist weder das zerstörte Tokio noch das zerstörte Berlin ein lohnenswertes Ziel. Im Gegensatz zu Japan konzentrierte sich in Berlin aber die komplette Macht auf eine Person: Hitler. Mit seinem Suizid am 30. April 1945 endete de-facto der Zweite Weltkrieg in Europa. Hitler mit einer Atombombe auszulöschen, dürfte aber nicht praktikabel sein.

Am 25. Juli 1945 gab US-Präsident Truman aus Potsdam den Befehl, eine „Spezialbombe„, wie man sie damals nannte, einsatzbereit zu machen. Diese wurde am 6. August 1945 über Hiroshima abgeworfen. In Hiroshima sollte es keine Kriegsgefangenenlager geben, aber viele Menschen und die Stadt war relativ flach, so dass sich die Druckwelle gut ausbreiten konnte.
Ein ehemaliger Mitarbeiter aus General Curtis E. LeMays Stab erklärte die Situation in Deutschland vor einiger Zeit bei einer Veranstaltung dazu. Hier suchte man also eine Großstadt, die noch kriegswichtige Dinge produzierte, die gut erreichbar war und die möglichst keine Kriegsgefangenenlager, Konzentrationslager oder Vernichtungslager hatte. Der letzte Punk, keine Lager, war nicht erfüllbar. Ansonsten lagen Berlin, Köln, Hamburg, Dresden, Leipzig und Köln schon in Schutt und Asche und gaben keine guten Ziele mehr ab. Zur Auswahl stand aber Mannheim und Ludwigshafen am Rhein. Die Doppelstadt könnte man mit einer Bombe zerstören, dort gab es noch Industrieanlagen und viele Menschen. Man müsste aber den Tod vieler unschuldiger Gefangener in Kauf nehmen, was aus Sicht der Befreier ein Ausschlußkriterium ist. Dennoch wäre dies aufgrund der anderen Faktoren das bevorzugte Gebiet gewesen.

Hitler hatte man in Berlin schon lange nicht mehr erwartet. Man ging davon aus, dass er bereits geflohen ist und suchte daher nicht nach ihm. Dies erklären wir im Detail in unserem Beitrag „Hitler ist tot und nicht in Argentinien“.