Früher hat es in Berlin geklappt – als noch Preußen war

Die Postkutsche von Berlin nach Potsdam geht dreimal täglich. Um 5 Uhr in der Früh, 12 Uhr Mittags oder 5 Uhr Abends rumpelt sie los und für 12, 10 oder  8 Groschen, je  „nach Beschaffenheit des Platzes“, kann jeder dabei sein – die Fahrt dauert drei Stunden und 15 Minuten. So steht es im Fahrplan, nachzulesen in „Berlinischer Taschen-Kalender auf das Schalt-Jahr 1824“.

Selige Erinnerung:

Am 18. Mai rief mich Berlin Story an, denn mein neues Buch „In den Mühlen der Dienste“ sei aus der Druckerei gekommen, sie würden es mir per Post schicken. Das taten sie auch und gleichzeitig ging ein Exemplar nach Kanada, weil dort die „Deutsche Rundschau“ dafür wirbt. Am 25. Mai bekam ich eine Mail vom Chefredakteur aus Toronto: „Vielen Dank für das Buch, es sieht gut aus …“ Mag ja sein. Bis nach Potsdam hat es die jedoch bisher noch nicht geschafft! Aber heute ist ja auch erst der 26. Mai …

Klaus Behling 

(siehe Tagebuch 23. Mai 2012)

Kommentar zu dieser Glosse: Natürlich erhalten die Autoren zuerst ihre Exemplare. Norman Bösch, begeistert aus dem Buchlager kommend, ruft den Autor an, berichtet über Geruch, Aussehen und Haptik des Buchs; der Umschlag für die ersten, schnellen Exemplare ist dann schon vorbereitet und vor 16 Uhr sind die Bücher in der Friedrichstraße auf dem Postamt.