Friedrichstraße

FriedrichsstrWer uns zur Zeit über den S-Bahnhof Friedrichstraße besuchen kommt, der wird zunächst von einer Absperrung begrüßt. Vergangene Woche war Donnerstag vormittags ein 25 Kilo Betonbrocken durch die Deckenverschalung gestürzt. Das Loch ist trotz Absperrung noch sichtbar. Die Ursache des Unfalls ist unbekannt. Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt. Der S-Bahnhof Friedrichstraße ist einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte in Berlin und wird täglich von 190.000 Reisenden genutzt. Harald Neckelmann stellt ihnen in ‚Friedrichstraße Berlin zu Beginn des 20. Jahrhunderts‘ die ambivalente Geschichte dieses Knotenpunktes von Verkehr, Kultur und Menschen vor. Das Buch ist mit vielen alten Fotos und Zitaten geschmückt, die das Lesen zum Erlebnis machen. Neckelmann zeichnet gleich in der Einleitung mit einem Zitat von Martin Heidegger ein eindringliches Bild der Straße:  „Eine solche Luft künstlich hochgezüchteter, gemeinster u. raffiniertester Sexualität hätte ich nicht für möglich gehalten, ich verstehe aber jetzt Berlin schon besser – der Charakter der Friedrichstraße hat auf die ganze Stadt abgefärbt.“ Schon zu Heideggers Zeiten war Berlin eben arm, aber sexy.

 

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