Freitag, 28. Januar 2005

Das war endgültig der letzte Abend für uns in UdL 10. Der Bundesinnenminister lobte das wunderbare Sienarot, das ihm gleich beim Eintreten in diese Räume empfangen habe, unser Sienarot, in das wir vier Jahre glücklich eingebettet waren. Er als alter Freund Italiens, besonders der Toskana, hat sich ganz an diese Wärme erinnert gefühlt. Tja, Otto, damit ist jetzt Sense. Otto Schily hat sich persönlich dafür eingesetzt, daß dieses Projekt gelingt, daß das Pilotprojekt italienischer Außenhandelsförderung nach Berlin kommt und nicht nach Moskau oder Shanghai. Ehrlich gesagt, wir hätten Schanghai viel besser gefunden für die Italiener. Wir wissen ja, daß sie gern nach Berlin kommen und den Potsdamer Platz ansehen, neue Architektur sehen und etwas über Friedrich den Großen wissen wollen. Wir haben sie so lieb, daß wir italienisch lernen. Echt. Aber Schanghai wäre auch spannend gewesen, viel dynamischer, diese wirtschaftlichen Chancen – und wir hätten in den Sienaroten Räumen bleiben können. Der Innenminister war bisher ja nie bei uns. Im Gegensatz zu seiner Cousine, einer regelmäßige Besucherin der Buchhandlung und im Gegensatz zum Bundesaußenminister.
Der italienische stellvertretende Wirtschaftsminister, Prof. Mario Baldassarri, möchte nicht nur Produktion, Wirtschaft und Industrie zusammenbringen, er sieht dieses Projekt als Teil der Verantwortung Europas für eigenständiges Auftreten, für soziale Gerechtigkeit, Chancen, Demokratie und Frieden. Es hörte sich so an, als sei er eben von einer Privataudienz im Vatikan gekommen und hätte mit Berlusconi nicht viel am Hut.
Herr Strieder konnte seinen Prosecco in aller Ruhe trinken. Er wurde nicht umlagert wie früher. Wir haben nur etwas Wehmut, weil es so schön hier war. Aber natürlich kann das Haus nicht auf Dauer fast ungenutzt bleiben. Enge Beziehungen zu Italien finden wir auch gut. Wir wünschen dem Projekt und allen Beteiligten nur Gutes, in Hülle und Fülle.Der verwackelte Redner zwischen dem Bankeranzug und der Glatze ist Otto Schily, der Bundesinnenminister. Rechts von ihm führt die Treppe hoch in Cookies ehemaliges illegales Restaurant, später in unsere Berlinausstellung.
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Frische Blumen als große Buketts, ein Kronleuchter und Diskobestrahlung verwandeln unsere ehemalige Buchhandlung in einen warmen Empfangssalon.
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