Freitag, 24. August 2007

Eröffnung im Nikolaiviertel, Generalprobe im Abgeordnetenhaus und eine Drei-Stunden-Veranstaltung in der Nikolaikirche. Es läuft alles.

Die Historiale ist Sonnabend in der Berliner Morgenpost und in der Welt, beides längere Beiträge.

Heute lief ein Livebeitrag im Regionalfernsehen rbb, ARD, in der Sendung zibb, in der Norbert König die Ziele der Historiale beschrieb. Ausführliche wurde das breite Spektrum dessen vorgestellt, was wir im Nikolaivietel veranstalten.

Um 20 Uhr berichtete Prof. Dr. Conrad Wiedemann in der Nikolaikirche über den Aufbruch in die Moderne, die Berliner Bürgerkultur um 1800. In unserer heutigen Terminologie könnte man sagen, daß das geistige Klima sich vom Stat des autokratischen Herrschers löste und zu Selbstorganisation, Selbstverwirklichung und Risikobereitschaft strebte. Berlin wurde zum Pilotprojekt für eine (vom Hof) unabhängige Bürgergesellschaft. Dann hatte die Sing-Akademie zu Berlin etwas ganz besonderes nur für diesen Abend, nur für uns, nur für die Historiale vorbereitet, nämlich eine szenische Lesung des Briefwechsels zwischen Goethe und Zelter. Über dreißig jahre hindurch stützten sich diese beiden Männer gegenseitig, ließen den anderen an Tiefen und an Höhen des Lebens teilnehmen, sie schickten sich Gedichte und Lieder. Verwoben damit war die Musik Zelter, abgestimmt auf die Briefe, eine Entwicklungsgeschichte seiner Kunst. Der Chor uns die Solisten sind so herausragend, so unglaublich gut, daß der Applaus nach insgesamt drei Stunden Programm nicht enden wollte. Es war ein bewegender Abend, ein Abend, der aus dem Alltag herausreist. Draußen waren die Trommeln und Pfeifen der französischen Besatzungstruppen zu hören. Immer wieder setzte sich der Gesang des aufgeklärten Berliner Bürgertums dagegen durch. Der Bürgermeister von Mitte, Dr. Christian Hanke, begrüßte die Gäste und genoß diesen Abend bis zum großen Finale.

Seit acht Uhr morgens fing der Aufbau im Nikolaiviertel an, die Bühne, Anlieferung der Sandsäcke zur Stabilisierung der Zelte, schon vor dem eigentlichen beginn um 18 Uhr mußte ale fertig sein, weil der rbb mit einem Übertragungswagen kam und live sendete. Die Wohnungsbaugesellschaft Mitte stellt und freundlicherweise ein Organisationsbüro, drei Stockwerke gleich neben der Kirche. Dorthin haben wir schnelles Internet gelegt, damit ab morgen auf www.historiale.tv übertragen werden kann.

Im Abgeordnetenhaus wäre ich beinahe einem Herzschlag erlegen. Dort fand von 16 bis 19 Uhr die Generalprobe statt für die historische Talk-Show statt. Die drei Filme, die eingespielt werden sollen, waren nicht fertig. Kein Thema, sagt der Filmemacher, das schaffen wir nachher locker. Jetzt, um halb zwei Nachts, kommt gerade die Bestätigung, daß alles in bester Ordnung sein, na logo, ist doch klar.

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